DFL-Geschäftsführer Christian Seifert sieht in den bevorstehenden Financial-Fair-Play-Grundsätzen für Europacup-Teilnehmer nur bedingt einen Vorteil für die deutschen Vereine.

"Das wird die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga verbessern. Wenn ich aber sehe, wie Paris St. Germain, Manchester City oder FC Malaga derzeit einkaufen, habe ich Zweifel, ob alle das Thema so seriös angehen wie die deutschen Klubs", sagte Seifert zu "Bild".

"Das finanzielle Gebaren ist teilweise abenteuerlich", meinte Seifert mit Blick auf die zweistelligen Millionen-Investitionen dieser und anderer europäischen Konkurrenten in ihre Mannschaften.

Auch die Situation bei der FIFA nach den Korruptionsfällen in der Führung um Präsident Sepp Blatter bereitet dem Liga-Chef ähnlich wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vom deutschen Rekordmeister Bayern München Sorgen:

"Das Image ist massiv angekratzt. Die nächsten Monate werden zeigen, wie ernst es Herr Blatter mit den Reformen meint. Denn für eine echte Reform müsste alles hinterfragt werden - angefangen von den Strukturen bis hin zu den Personen."

Den Unmut mancher Fans über den hohen Anteil von Showelementen bei der Saisoneröffnung vor dem ersten Punktspiel am vergangenen Freitag zwischen dem deutschen Meister Borussia Dortmund und dem Hamburger SV (3:1) teilt Seifert indes kaum:

"Jeder hat das Recht zu sagen: Das gefällt mir nicht. Ich kann versichern: Klubs und DFL werden die Vermarktung der Bundesliga nicht übertreiben. Aber Profifußball heißt eben, Gefühle und Geschäft unter einen Hut zu bringen. Mit Gefühlen alleine verlängert man leider keine Spielerverträge."

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