In der Diskussion um die Führungsspieler im deutschen Fußball hat DFB-Sportdirektor Matthias Sammer im SPORT1-Doppelpass zur Sachlichkeit gemahnt.

"Eins darf nicht passieren, dass wir die sachliche Ebene verlieren und über einzelne Personen reden", sagte Sammer in Bezug auf den Anstoß von Oliver Kahn, der namentlich Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger Führungsqualitäten absprach.

Das Thema sei zwar für den deutschen Fußball wichtig, doch sei es falsch, "öffentlich auf einzelne Personen loszugehen. Aber vielleicht hätte man das Thema dann wieder ignoriert.".

Zu seiner eigenen Rolle sagte Sammer: "Ich bin nicht für jemanden und ich bin nicht gegen jemanden ? ich bin für den deutschen Fußball."

Sammer bezog den Nachwuchsbereich des DFB in die Thematik mit ein: "Wir gliedern die Spieler, die in der Jugend zu uns kommen aufgrund ihrer charakterlichen Fähigkeiten in drei Kategorien." Sammer nannte "Führungsspieler, Teamplayer und Individualisten. Mit dieser Kategorisierung sind wir sehr gut gefahren."

Die ganze Diskussion könnte laut Sammer auch bald zu den Akten gelegt werden: "Unser Fußball sucht noch seine eigene Identität. Wenn wir diese gefunden haben, wird dieses Thema ad absurdum geführt, weil es sich anders darstellt."

Den FC Bayern München sieht der 43-Jährige unterdessen auf einem guten Weg.

"Wichtig ist, dass es handelnde Personen im Verein gibt, die auch in positiven Situationen dafür sorgen, dass die Mannschaft nicht überdreht", sagte Sammer nach dem furiosen 5:0-Sieg gegen den Hamburger SV am 3. Spieltag.

"Genauso muss man in schwierigen Situationen seine Planmäßigkeit und seine Argumentation beibehalten. Die wahre Leistungsstärke wird sich dann über einen längeren Zeitraum auch in der Tabelle zeigen", so Sammer weiter.

Im Spiel der Münchner sieht Sammer eine klare Steigerung - wie auch im Selbstverständnis: "Sie wirken sehr kompakt und nehmen zunehmend Fahrt auf. Der Anspruch von Bayern ist es nicht, auf den Gegner, sondern auf das eigene Spiel zu schauen. Und das hat sich verbessert."

Die Kabinen-Diskussion um Bayern-Präsident Uli Hoeneß nannte Sammer "überhitzt".

Zum Gegner aus Hamburg sagte er: "Es geht nicht nur darum, dass man auf die Körperhaltung und ?sprache achtet, sondern dass auch elementare Abläufe gestern insgesamt noch nicht gut waren. Daran müssen sie intensiv arbeiten und das sollten sie schleunigst tun."

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