Die Steueraffäre bei den deutschen Schiedsrichtern hat offenbar auch international eine neue Dimension erreicht.

Neben dem Weltverband FIFA hat offenbar auch die Europäische Fußball-Union (UEFA) die Honorare deutscher Referees auf Auslandskonten überwiesen. Fahnder werten die Zahlungen der FIFA und der UEFA auf Konten in der Schweiz und Liechtenstein nach Informationen von Spiegel online als "Beihilfe zur Steuerhinterziehung".

Nach Angaben der Fahnder sollen die internationalen Dachverbände "die Idee", den Unparteiischen Honorare auf Konten im Ausland zu zahlen, "verbreitet und aktiv gefördert haben".

Nach Einschätzung der Ermittler ist diese Praxis ein "eindeutiger Verstoß gegen die eigenen Ethik- und Compliance-Richtlinien", die sich die UEFA und die FIFA selbst auferlegt haben.

Die UEFA bestätigte Spiegel online die Zahlung von Schiedsrichter-Honoraren auf ausländische Konten, wehrte sich aber vehement gegen die Aussagen der Ermittler:

"Kein Reglement der UEFA erwähnt, dass Schiedsrichter, die im Auftrag der UEFA tätig sind, ihr Honorar auf Konten in Ländern gezahlt bekommen sollten, in denen sie ihren Wohnsitz haben. Dennoch ist allen Schiedsrichtern sehr deutlich gemacht worden, dass sie ihre Einnahmen durch die UEFA gemäß der Regelungen in ihren jeweiligen Ländern versteuern müssen."

Auch die FIFA bewertet die Vorgänge ähnlich: "Die FIFA überweist das Geld auf das Konto, das die jeweilige Person der FIFA angibt. Das kann ein Schweizer Konto sein, ein deutsches, irgendein Konto.

Die betreffende Person ist selbst dafür verantwortlich, dass sie das Geld richtig und sauber versteuert im eignen Land." Der Verband könne die "angebliche Einschätzung der deutschen Ermittler nicht nachvollziehen".

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