Im Zuge der Debatte über die Situation der Schiedsrichter im deutschen Fußball nach dem Selbstmordversuch von Babak Rafati tritt der frühere FIFA-Referee Bernd Heynemann für die Prüfung größerer Unabhängigkeit der Zunft vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein.

"So, wie vor einigen Jahren die Pyramidenspitze abgetrennt wurde, sprich, dass die 1. und 2. Bundesliga zur DFL wurde, so sollte man überlegen, auch einen Spitzenschiedsrichterpool zu schaffen, um bestimmten Sachen imagemäßig anders zu begegnen", sagte Heynemann im Magazin "sport inside" des WDR-Fernsehens.

Der frühere WM-Schiedsrichter, von 1980 bis 2001 in mehr als 200 Erstliga-Spielen im Einsatz, kritisierte außerdem Umfragen von Medien zu den Leistungen der Referees.

"Solche Umfragen sind nicht aussagefähig. Die Schiedsrichter haben die schwächste Lobby, und da sind solche Umfragen für manche Wasser auf die Mühlen.", erklärte Heynemann.

Auch Heynemanns ehemaliger Bundesliga-Kollege Jürgen Aust (1990 bis 2003) monierte die Benotung der Schiedsrichter in den Medien.

"Die Punktnoten, die in den Sonntags- oder Montagszeitungen vergeben werden, spiegeln nicht die Leistungen eines Schiedsrichters wider", sagte der Kölner und schlussfolgerte: "Wenn die Note schlecht ist, wird auch automatisch der Referee als schlecht dargestellt. Auf solche Informationen sollte man verzichten."

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