Nationalspieler Lukas Podolski vom Bundesligisten 1. FC Köln droht nach heftiger Vereinskritik in einem Zeitungs-Interview eine Geldstrafe vom Klub.

"Das ist ein Affront gegen den Verein. Zeitpunkt und Inhalt dieses Interviews kommen für mich sehr überraschend. Wenn man selbst immer Ruhe einfordert in dieser Situation als verletzter Spieler ein solches Interview zu geben - dieses Selbstverständnis erschließt sich mir nicht", sagt FC-Geschäftsführer Claus Horstmann dem "Kölner Express".

Podolski habe gegen die Spielregeln verstoßen. Horstmann: "Die Aussagen kommen ja nicht zum ersten Mal, aber zu einer für den Spieler und für den Verein denkbar ungünstigen Zeit. Mir ist nicht ganz klar, welche Absicht dahinter steckt. Aber das ist zum wiederholten Mal ein klarer arbeitsvertraglicher Verstoß, den wir sanktionieren werden."

Mit harscher Kritik hat Podolski den Hoffnungen der Kölner auf eine Vertragsverlängerung zumindest einen herben Dämpfer verpasst.

"Christoph Daum hat mal gesagt, dass viel versprochen und wenig gehalten wurde. Ich sehe mich darin bestätigt", sagte Podolski im Interview mit der "Bild am Sonntag": "Wenn man schaut, welche Perspektiven mir aufgezeigt wurden und was am Ende dabei rausgekommen ist, ist das enttäuschend. Ich habe mir etwas Anderes erhofft, weil die Voraussetzungen viel mehr hergeben."

Als Ursache für die Probleme in Köln hat Podolski, den die Geißböcke 2009 für zehn Millionen Euro Ablöse auch mit einem Entwicklungskonzept aus München zurückgelockt hatten, die häufigen Veränderungen auf den entscheidenden Positionen in Vereinsführung und sportlicher Leitung ausgemacht. "Von den Personen, mit denen ich das Konzept besprach, ist kaum jemand übrig. Hier fehlt Kontinuität. Regelmäßig werden Trainer, Sportdirektor und jetzt das Präsidium ausgetauscht. Klar gesagt: So kann langfristig nichts entstehen."

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