Werder Bremens Aufsichtsratsvorsitzender Willi Lemke fordert die konsequente Bekämpfung von Korruption im Sport.

"Jegliche Form ist völlig inakzeptabel", sagte Lemke dem Handelsblatt: "Man kann nicht sagen, wer die größere kriminelle Energie hat: Der Sportler, der sich dopt oder den Elfmeter mit Absicht nicht reinschießt, oder der Funktionär, der sich bei einer Olympiavergabe ein Stipendium für seine Tochter an einer Elite-Universität besorgt. Beides stinkt zum Himmel."

Der 65 Jahre alte Uno-Sonderberater für Sport sprach sich für den Aufbau einer Agentur aus, die unter einem Dach gegen Doping und Korruption vorgeht:

"Eine solche Einrichtung kann aber nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie die Unterstützung der internationalen Sportverbände bekäme. Die Regeln müssen für alle gelten. Beim Antidopingkampf hört man von manchen Ländern, die die Vorgaben der WADA nicht so ganz streng handhaben", sagte Lemke.

Zudem kritisierte Lemke die Zunft der Spielervermittler im Fußball-Geschäft, sagte, es sei zum Teil "Gier" im Spiel.

"Im Bereich des europäischen Fußballs hatte man im letzten Jahr etwa 400 Millionen Jahresumsatz mit Spielervermittlern. Das ist eine gewaltige Summe Geld, und die bringt Menschen in Versuchung", sagte Lemke, "in der Wirtschaft ist es übrigens ähnlich. Fußball spiegelt nur das Leben und die Wirklichkeit unserer Gesellschaft wider."

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