Andries Jonker schießt gegen den FC Bayern München. Der ehemalige Trainer der zweiten Bayern-Mannschaft lässt vor dem Testspiel zwischen den Bayern und seinem neuen Klub VfL Wolfsburg kein gutes Haar an der Jugendarbeit des deutschen Rekordmeisters.
Der FC Bayern sei das "goldene Fußballpferd" schreibt Jonker in einer E-Mail an die Bayern-Führung, die in Auszügen von der "Bild" abgedruckt wurde. Dieses Pferd habe drei goldene Beine, Profi-Team, Finanzen und Vermarktung. Das vierte Bein, die Jugendausbildung, sei allerdings steif.
In diesem Bereich habe der FC Bayern dringenden Nachholbedarf, so Jonker, inzwischen Co-Trainer in Wolfsburg. "Die Organisation fehlt. Da wird nicht an einem Strang gezogen, zu viele kümmern sich um ihren eigenen Kram", betont Jonker: "Deshalb gibt es große Fragezeichen. Bei der Führung, beim technischen Stab, beim medizinischen Stab, beim Scouting, eigentlich bei fast allem."
Auch vom persönlichen Umgang zeigt sich Jonker enttäuscht. "Ich fühle mich verarscht", erklärt er in seiner E-Mail: "In dem Moment, als mir Christian Nerlinger am 14. April gesagt hat, dass Tarnat und Butt nicht an eine gute Zusammenarbeit mit mir glauben, habe ich mich sofort entschieden (zu gehen, Anm. d. Red.)."
Die Ex-Profis Michael Tarnat und Jörg Butt haben inzwischen führende Posten im Nachwuchskonzept der Bayern inne.
Die Verpflichtung von Sport-Vorstand Matthias Sammer sieht Jonker hingegen als richtigen Schritt.
"Ein neuer Reiter ist gekommen. Er wird aus dem steifen Bein ein Weltklassebein machen und dafür sorgen, dass das goldene Pferd des Fußballs noch schneller und besser wird", glaubt Jonker.



