Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat sich in einem Interview mit der "tz" mehr Demut gewünscht.
"Wir haben in den letzten Jahren viel zu viel über uns gesprochen, der Satz 'mia san mia' ist viel zu oft überall aufgedruckt worden", sagte Hoeneß und ergänzte:
"Ich bin der Meinung, das sollten wir erst dann drucken, wenn wir wieder ganz oben sind. Erst sollte man Erfolg haben, dann darüber sprechen."
Zudem ließ er durchblicken, dass man sich auch im Falle eines Titelgewinns wohl von Christian Nerlinger getrennt hätte.
"Er weiß, dass bei mir seit einigen Monaten schon die Gedanken über eine Veränderung da waren. Ich habe ihn nie im Unklaren gelassen", erklärte Hoeneß. "Die Veränderung wäre auch dann gekommen, aber wohl nicht am 1. Juli."
Erste Gespräche mit Nerlingers Nachfolger Matthias Sammer wurden bereits im Februar geführt. Dennoch hofft Hoeneß, dass sich das "gute private Verhältnis" zu Nerlinger irgendwann wieder normalisieren lässt.
Das Urteil im Prozess gegen Ex-Bayern-Profi Breno sorgt beim Bayern-Präsidenten weiter für Kopfschütteln. "Ich habe mir nie und nimmer vorstellen können, dass der Junge dafür ins Gefängnis geht - und vor allen Dingen so lange."
Für Hoeneß ist die Verurteilung gleichbedeutend mit einem Karriereende. "Wenn das Urteil nicht revidiert wird in der Berufung, dann ist sein Leben kaputt", sagte Hoeneß und legte nach: "Ein Strafmaß muss ja eine Strafe sein für jemanden. Hier ist es fast eine lebenslängliche. Das ist die große Frage, ob das Sinn der Sache ist."



