Der Fall Karlsruher SC gibt Traditionsklub Fortuna Düsseldorf vor den Schranken der DFB-Sportgerichtsbarkeit neue Hoffnung: Der Bundesliga-Aufsteiger hofft, am 1. September (18.30 Uhr) gegen den rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach kein Geisterspiel austragen zu müssen.
Denn: Zweitliga-Absteiger Karlsruher SC trug am vergangenen Samstag sein Heimspiel in der Dritten Liga gegen den Halleschen FC im Wildparkstadion aus, obwohl eigentlich die Begegnung ein "Geisterspiel" unter Ausschluss der Zuschauer sein sollte. Stattdessen waren 13.735 Besucher zu dem Spiel gekommen, denn das am 9. Juli ergangene Urteil gegen den KSC hatte noch keine Rechtskraft.
Denn die juristischen Mühlen mahlen manchmal langsamer als gedacht. Erst am Montag wurde der Termin vor dem DFB-Bundesgericht im Fall Karlsruhe (2. August) angesetzt. Erst im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück (8. August) könnte jetzt das "Geisterspiel" im Wildpark zum Tragen kommen. Dies macht der Fortuna Mut.
Zunächst verhandelt am 10. August (ab 13 Uhr) das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in der Frankfurter DFB-Zentrale in einer mündlichen Verhandlung den Fall Düsseldorf. Die nächste Instanz wäre das DFB-Bundesgericht.
Der Bundesliga-Aufsteiger war aufgrund der Vorkommnisse im Relegationsrückspiel am 15. Mai gegen Hertha BSC zu einem "Geisterspiel" im ersten Saison-Heimspiel nach 15-jähriger Erstiga-Abstinenz verurteilt worden. Die Strafe hatte zu heftigen Protesten vonseiten der Fortuna geführt.
"Wir vertrauen der DFB-Gerichtsbarkeit. Wir werden unsere Argumente sachlich vortragen. Dann sehen wir weiter", sagte Fortuna-Präsident Peter Frymuth dem "Express". Zuvor hatte er bereits erklärt: "Wir sind der Überzeugung, dass das Strafmaß, das angesetzt wurde, über dem Vertretbaren liegt."
Die Rheinländer hoffen nun analog zu Karlsruhe ebenfalls auf den Faktor Zeit. Sollte das Sportgericht das Urteil bestätigen, könnten die Düsseldorfer das DFB-Bundesgericht anrufen. Bis dieses zusammentritt, könnte es dauern. Sind es wie im Fall Karlsruhe mehr als drei Wochen, könnte das rheinische Derby Fortuna-Gladbach ohne Zuschauerbeschränkungen stattfinden.



