Der renommierte Fanforscher und Sportsoziologe Gunter A. Pilz hat mit drastischen Worten vor einer Abschaffung von Stehplätzen in deutschen Fußballstadien gewarnt.
"Diese permanente Keule, die da geschwungen wird, vor allem vom Innenminister in Richtung Stehplatz-Abschaffung, ist nicht ungefährlich", sagte Pilz:
"Die Vereine und Verbände sagen glücklicherweise ja längst, dass Stehplätze ein wichtiger Teil einer jugendlichen Fankultur sind. Wer die abschafft, der riskiert einen Fan-Krieg."
Innenminister Hans-Peter Friedrich hatte beim Sicherheitsgipfel im Juli in Berlin erklärt, Stehplätze stünden "derzeit" nicht zur Debatte:
"Ich habe mir aber auch erlaubt, deutlich zu machen, dass wir uns auch weitere Maßnahmen vorstellen können, wenn es nicht ruhig wird", sagte er damals.
Generell sieht Pilz, Honorarprofessor der Universität Hannover, keine neue Welle der Fangewalt. "Es sind eher Ausnahmen, die leider immer wieder passieren. Die Gewalt hat in ihrer Quantität nicht zugenommen, nur deren Qualität. Sie ist noch etwas hemmungsloser", sagte Pilz.
Das Thema solle aber nicht hochstilisiert werden. Dies spiele den Hooligans in die Karten.
Am 12. Dezember wollen die 36 deutschen Profiklubs auf einer Vollversammlung in Frankfurt/Main einen Maßnahmenkatalog beschließen, um die Gewalt in den Stadien einzudämmen.



