Nach den schweren Ausschreitungen rund um das Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 (1:2) hat Lorenz Caffier, Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, in der Diskussion um die Sicherheit im deutschen Fußball den Druck auf Vereine und Verbände erhöht.
"Die Ausschreitungen zeigen eindrucksvoll, dass die Zeit zum Handeln gekommen ist. Trotz der ausführlichen Gespräche im Sommer ist es offensichtlich nicht gelungen, die Gewalt in den Fußballstadien einzudämmen", sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz "Sport Bild".
Zudem kritisierte Caffier indirekt das Vorgehen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), das "Eckpunktepapier zur Förderung eines sicheren Stadionerlebnisses" als Diskussionsgrundlage zu bezeichnen.
"Die am Samstag gezeigte Form der Gewalt gegen Fans gegnerischer Mannschaften sowie auch gegen Polizeibeamte dürfen die Vereine und die Politik nicht länger hinnehmen. Geredet ist nun genug. Jetzt müssen Taten folgen", sagte Caffier. Zuletzt hatten mehrere Vereine das geplante neue Sicherheitskonzept abgelehnt.
Bis zum Montag konnten die 36 Profivereine aus der 1. und 2. Liga zu dem Konzept des Ligaverbands Stellung nehmen und eigene Ideen einbringen. Bei der Vollversammlung am 12. Dezember soll das Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis" verabschiedet werden.
Der unter der Leitung des Vizepräsidenten Peter Peters erarbeitete Katalog enthält als Sanktionsmöglichkeiten unter anderem die Streichung von TV-Geldern, Lizenzstrafen, verstärkte Kontrollen und längere Stadionverbote.



