Nach der 0:2-Niederlage der Frankfurter Eintracht gegen Bayern München ist Heribert Bruchhagen beim "Volkswagen Doppelpass" auf SPORT1 immer noch leicht enttäuscht über das Ergebnis, erkennt aber auch die Klasse des Rekordmeisters an.

"Wenn ich den Spielverlauf betrachte, und auch an das Spiel gegen Leverkusen denke, dann wäre ein Remis vielleicht wirklich drin gewesen", so der Vorstandsvorsitzende der Eintracht: "Letztlich muss man aber auch anerkennen, dass der FC Bayern eine Mannschaft von besonderer Qualität hat."

Das große Manko war für den Eintracht-Boss die Chancenverwertung. "Wir hatten gute Möglichkeiten, gerade beim Stand vom 0:1, doch wenn wir bei Bayern zum Erfolg kommen wollen, dann müssen wir unsere wenigen Chancen auch nutzen. Trotz der Niederlage war die Stimmung auf dem Weg zum Bus aber gelassen", so Bruchhagen.

Den von Schweinsteiger herausgeholten Strafstoß sieht der Frankfurter relativ kritisch: "Es besteht wohl ein gewisser Respekt gegenüber Nationalspielern und der macht manchmal eben auch nicht vor dem Schiedsrichter halt."

Im Zwist zwischen Uli Hoeneß und Theo Zwanziger bezieht Bruchhagen klar Stellung und stellt sich auf die Seite des Bayern-Präsidenten: "Ich kann verstehen, wenn zum Beispiel Ex-Profi Ansgar Brinkmann ein Buch schreibt. Aber bei Zwanziger als ehemaliger DFB-Päsident, was ein großes Ehrenamt ist, dann verstehe ich das nicht und ich finde, es gehört sich einfach nicht."

Auf die Frage, ob er als sparsamer Schotte geboren wurde, oder die Fähigkeiten erst erlernt habe, kann sich Bruchhagen eine süffisante Antwort nicht verkneifen: "Zumindest gilt man in der heutigen Gesellschaft als Außenseiter, wenn man nur so viel Geld ausgibt, wie man auch einnimmt." Beim Thema Finanzen will der Vorstandsvorsitzende in Frankfurt keine Kompromisse eingehen. "Wir haben vor zehn Jahren beschlossen, keine Schulden mehr zu machen. Trainer Armin Veh ist die bestbezahlte Person im Verein, aber verhungern muss bei uns grantiert keiner", erklärte Bruchhagen.

Der Spieleretat der Eintracht wird in Zukunft nicht erheblich steigen, die jungen, talentierten Spieler sollen gehalten werden: "Hübner hat die Mannschaft toll zusammengestellt und das Gesamtgefüge im Team stimmt. Das ist kein Glück, sondern strategisch geplant. Der Etat wird in den nächsten Jahren nicht über 26-28 Millionen Euro steigen, und Spieler wie Rode oder Jung werden nicht verkauft. Armin Veh ist in seine Mannschaft verliebt und seien sie sich sicher, dass Rode bis zum 30. Juni 2014 in Frankfurt bleibt."

Auch die Zukunft des Trainers Armin Veh sieht er in Hessen: "Es spricht nichts dafür, dass er geht. Der Wunsch, mit dem Team nach oben zu kommen, ist bei uns allen da, von der Sekretärin bis zum Trainer."

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