Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann hat eine Woche vor der Abstimmung der 36 Profi-Vereine über ein gemeinsames Sicherheitskonzept eine bundesweit zentrale Regelung von Stadionverboten gefordert.

"Es ist sinnvoller, wenn die Stadionverbotsregelung direkt von DFB und DFL gesteuert wird, da viele Vereine diese nicht immer konsequent durchsetzen", sagte Schünemann am Montag.

Bei einem gemeinsamen Sicherheitsgipfel mit Vertretern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) am Montag unterstrichen Schünemann und sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Ralf Jäger ihre Forderungen an den deutschen Fußball nochmals, darunter eine schärfere Einlasskontrolle sowie zehn statt bisher drei Millionen Euro für Fanprojekte.

"Sollten sich die Vereine in der kommenden Woche nicht auf ein gemeinsames Sicherheitskonzept einigen, werden wir künftig den Polizeieinsatz erhöhen und die Vereine daran finanziell beteiligen", kündigte Schünemann an.

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier will dagegen die Fans zur Kasse bitten.

"Ich empfehle die Einführung eines Sicherheits-Euros durch die Vereine. Jeder Fan bezahlt freiwillig einen Euro mehr. Dieser Euro geht dann in die Gewalt-Prävention oder wird benutzt als Unterstützung von Maßnahmen der Polizei", sagte der 60-Jährige der "Bild"-Zeitung.

Mit der Forderung nach finanzieller Beteiligung stößt die Politik bei den Vereinen allerdings auf Ablehnung. "Das Gewaltmonopol in Deutschland liegt beim Staat, es zählt zu den Aufgaben des Staates, für die Sicherheit zu sorgen", sagte Watzke bei "Sky".

Am 12. Dezember beraten die 36 Vereine aus der 1. und 2. Bundesliga auf ihrer mit Spannung erwarteten Mitgliederversammlung in Frankfurt/Main über das umstrittene Sicherheitskonzept "Sicheres Stadionerlebnis" der Deutschen Fußball Liga (DFL).

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