Reinhard Rauball befürchtet eine "Fernsteuerung" der Fußball-Verbände durch die Politik und ruft in der Sicherheitsdebatte alle Beteiligten zur Versachlichungützt.

"Diese Autonomie darf nicht aufgegeben werden, wir dürfen nicht von der Politik ferngesteuert werden", sagte der Präsident des Liga-Verbandes im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Einigen Politikern wirft Rauball (65) Geltungssucht und ständige Drohungen vor: "Dass auch Politiker unter Druck stehen, ist klar. Deshalb haben einige nichts ausgelassen. Sie stehen unter Rechtfertigungsbedarf, was die Polizeieinsätze angeht - und das wird alles argumentativ auf die Veranstalter von Fußballspielen abgewälzt."

"DFB und DFL sind als Verbände in ihrer Autonomie grundgesetzlich gesch Besonders das Thema Stehplatzverbot sei immer wieder als Drohung in den Raum gestellt worden.

Wie auch auf Fanseite sei mehr Sachlichkeit angebracht: "Weder Verharmlosung noch Dramatisierung helfen uns weiter."

Bei aller Kritik an der Politik müssten die Liga und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Anforderungen erfüllen, "die für die Aufrechterhaltung der Sicherheit in und um die Stadien erforderlich sind".

Bei Gewalt, Rechtsextremismus und Pyrotechnik herrsche eine Null-Toleranz-Einstellung.

Bei der Vollversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am 12. Dezember soll ein neues Sicherheitskonzept beschlossen werden. Laut Rauball erwartet die Innenministerkonferenz eine Entscheidung, ansonsten drohen Konsequenzen.

"Die Pläne für den Fall, dass den Erwartungen nicht entsprochen wird, sind viel konkreter, als manche meinen", sagte Rauball, ohne Details zu nennen. An diesem Tag stünden für den deutschen Fußball nicht weniger als "Glaubwürdigkeit, Autonomie und Geschlossenheit" auf dem Spiel.

Der Präsident von Borussia Dortmund erklärte, die Verbände seien gesprächsbereit, was die Forderung der Politik nach zehn Millionen Euro pro Jahr für die Gewalt-Prävention angehe. Allerdings unter der Bedingung, dass Länder und Kommunen ebenfalls weiter in Fan-Projekte investieren.

Die Forderung des hessischen Ministerpräsidenten nach einem "Sicherheits-Euro", den jeder Kartenkäufer entrichten müsste, hält Rauball für "nicht zielführend" und nicht vereinbar mit der täterorientierten Philosophie.