Trotz Stimmungsboykott und Fanprotesten sieht die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Mittwoch gelassen entgegen - und nimmt die Vereine vor allem für die Zeit nach dem Beschluss über das umstrittene Sicherheitskonzept in die Pflicht.

"Wir erwarten, dass der Prozess des intensiven Dialogs mit den Fans auf lokaler und übergeordneter Ebene fortgesetzt wird", sagte Michael Gabriel, Leiter der KOS.

"Die intensiven Gespräche haben bereits dazu beigetragen, dass sich das Papier deutlich verbessert hat. Dieser Weg muss weitergegangen werden."

Nicht das Konzeptpapier sei ausschlaggebend, "sondern, wie die Fans vor und in den Stadion behandelt werden", sagte Gabriel: "Es ist ein großer Vertrauensverlust zwischen Fans und Vereinen zu konstatieren."

Ein klares Votum für das Sicherheitspapier würde laut Gabriel zudem deutlich mehr Ruhe in die zuletzt hitzige Debatte bringen, die vor allem auch durch die rigorosen Forderungen aus der Politik befeuert wurde.

"Wenn die Mehrheit der Anträge angenommen wird, wird das den Druck der Politik hoffentlich etwas rausnehmen und der Fußball mehr Handlungsspielraum bekommen, den Weg des Dialogs mit der Fanszene weiter zu gehen", sagte Gabriel.

Jedoch müssten auch die Fans die Entwicklung in den Verbänden anerkennen und sehen, "dass beim Fußball viel Bewegung rein gekommen ist und die Bereitschaft gestiegen ist, die Vorschläge der Fans einzubeziehen".

Nachdem die Anhänger bereits mit einem Stimmungsboykott in den deutschen Stadien gegen die DFL und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) demonstriert hatten, waren am vergangenen Wochenende mehrere Tausend auf die Straße gegangen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel