Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ruft die Profi-Vereine vor der Abstimmung über das Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen.

"Ich erwarte, dass die Vereine und Verbände nach der kontrovers geführten Diskussion in den vergangenen Wochen nunmehr ihre Geschlossenheit demonstrieren.

Das würde uns bei der Bekämpfung der Gewalt inner- und außerhalb der Stadien ein großes Stück voranbringen", sagte der CSU-Politiker im SID-Interview.

Das Sicherheitskonzept, das am Mittwoch zur Abstimmung steht, sei "ein weiterer Schritt auf dem Weg zu gewaltfreiem Fußball" in Deutschland.

"Wir haben ein gemeinsames Ziel: Die Gewalt aus den Stadien und aus dem Umfeld von Fußballspielen zu verbannen. Mit Verabschiedung des Sicherheitskonzeptes am Mittwoch können die Vereine zeigen, dass sie das Heft des Handelns in ihren Händen behalten wollen", sagte der 55-Jährige.

Allerdings gehe es für den Profi-Fußball nicht um eine "letzte Chance", bevor die Politik im Kampf gegen Gewalt eingreifen würde.

"Das Konzept ist ein Maßnahmenbündel, das auch in Zukunft überprüft und angepasst werden muss, wenn sich die Formen der Gewalt im Fußball ändern sollten. Schon jetzt lässt sich positiv festhalten, dass der notwendige Diskussionsprozess über die Sicherheit im Fußball dadurch weiter belebt wurde", sagte Friedrich.

Kritik an den von der Zentralen Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) veröffentlichten Statistiken weist der Innenminister zurück.

"Ich habe keinen Zweifel daran, dass die erhobenen Daten uns einen realistischen Blick in und um die deutschen Fußballstadien erlauben. Das seit 1992 von den Polizeien der Länder und des Bundes erfolgreich eingesetzte Informationssystem 'Fußball' hat sich bewährt", sagte er.