Die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte kritisiert den Einsatz von V-Leuten in der Fanszene zur Gefahrenabwehr mit deutlichen Worten. "Das ist eine völlig neue Qualitätsstufe. Wo soll das denn hinführen? Wollen wir den totalen Überwachungsstaat?", sagte der Berliner Rechtsanwalt Rene Lau am Mittwoch.

Das Verhalten der Polizei, die zumindest in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit V-Leuten unter Fußball-Fans arbeitet, wertet Lau als völlig unverhältnismäßig.

"Das ärgert mich richtig. Das kennt man sonst nur vom Rechtsextremismus oder Terrorismus. Wenn man Fußball-Fans jetzt damit gleichsetzt, kann man der Politik nur zurufen: Mäßigt Euch! Nehmt Euch mal zurück! Das geht entschieden zu weit", sagte er. "Da ist ein Bereich erreicht, wo man nur noch den Kopf schütteln kann. Da fehlen mir die Worte."

NRW-Innenminister Ralf Jäger hatte in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der Landtagsfraktion der Piraten bestätigt, dass die Polizei in NRW in der Fußballszene seit Jahren V-Leute zur Gefahrenabwehr einsetzt.

Baden-Württemberg bestätigte den Einsatz dort auf Anfrage der Südwest Presse.

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