Die überragenden Leistungen von Bayern München und Borussia Dortmund in der Champions League kommen der gesamten Bundesliga zugute.

Für die Ende des Jahres beginnenden Vertragsverhandlungen der Deutschen Fußball Liga (DFL) über die internationale Vermarktung der Liga sei das, "was Dortmund und Bayern da abgeliefert haben, natürlich das beste Verkaufsargument und daran partizipiert die ganze Liga", sagte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung:

"Diese ausländischen Medienerlöse werden in der gesamten Liga verteilt. Wir streben eine Erlössteigerung an." Die aktuellen Verträge laufen noch bis zur Saison 2015/16.

Das 4:0 des FC Bayern gegen den FC Barcelona sowie der 4:1-Sieg des BVB gegen Real Madrid in den Halbfinal-Hinspielen der Königsklasse würden dazu führen, dass "die ganze Welt auf die Bundesliga blickt", sagte Seifert, der sich mit Superlativen aber zurückhielt:

"Ob man jetzt die stärkste Liga der Welt ist, kann man nicht nach einer Saison sagen. Für den Moment, darf jeder Fan sehr stolz sein."

Ein deutsches Finale am 25. Mai im Londoner Wembley-Stadion "würde eine ganze Menge bedeuten", sagte Seifert: "Da kann man als Verantwortlicher der Liga nur sehr stolz sein. Vor allem, weil es mit einem 'deutschen Weg' passiert ist."

Die Bundesliga habe gezeigt, "dass wirtschaftliche Vernunft mit sportlichen Spitzenleistungen vereinbar ist. Das ist etwas, was man im europäischen Fußball lange Jahre als unmöglich bezeichnet hat".

Spanische Verhältnisse befürchtet der 43-Jährige indes nicht - im Gegenteil. "Momentan haben wir glücklicherweise deutsche Verhältnisse", sagte er:

"Der FC Bayern spielt eine überragende Saison, und hat dem spanischen Tabellenführer keine Chance gelassen hat. Borussia Dortmund hat auch eine überragende Partie gegen Real Madrid geliefert. Jetzt auf spanische Verhältnisse zu schließen, das wäre zu viel des Guten."

Erst, wenn das "die nächsten Jahre so weiter" gehen würde, können man eine solche Diskussion beginnen, die Seifert aber momentan für nicht "seriös" hält.

"Das wäre mir zu sehr deutsch, jetzt das Haar in der Suppe zu suchen und zwei zu finden. Wir sollten froh sein, wie die Saison so läuft und dann schauen, wie es weitergeht", sagte er.

Die Situation, dass in der Champions League deutlich mehr Geld generiert werden kann, "war auch in den letzten Jahren so, und wir werden das über einen nationalen Verteilerschlüssel in letzter Konsequenz nicht ausgleichen können", sagte Seifert:

"Das ist kein Thema, das die DFL alleine lösen kann. Wenn man internationale Erfolge hat, schlägt sich das auch in finanziellen Voraussetzungen nieder. Insofern muss sich zeigen, was das in den nächsten Jahren für Auswirkungen hat. In Wahrheit war die Bundesliga noch nie so aufgestellt, dass alle 18 gleiche Chancen hatte."

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