Die Kontroverse um den umstrittenen Ticketanbieter Viagogo zieht sich inzwischen durch den gesamten deutschen Profifußball. Bundesligist Bayer Leverkusen hat am Dienstag beim Landgericht München I eine einstweilige Verfügung gegen die Ticketbörse erwirkt.

Damit werde "gerichtlich untersagt, Tickets für Fußballspiele von Bayer 04 Leverkusen über die Online-Ticketbörse Viagogo anzubieten, bevor für diese Spiele bei Bayer 04 Leverkusen oder von Bayer 04 autorisierten Dritten Tageskarten zum Verkauf angeboten werden".

Ferner dürfe das Unternehmen nicht den Eindruck erwecken, in einem Vertragsverhältnis mit dem Verein zu stehen. Nach Ansicht des Gerichts hatte Viagogo dies mit Werbeslogans ("Offizieller Ticketbörse-Partner") suggeriert.

"Fakt ist: Es ist völlig legal, Tickets für Bayer Leverkusen und alle anderen Bundesliga-Klubs über Viagogos Webseite zu kaufen und zu verkaufen. Die Verkäufe für Bayer-Leverkusen-Tickets haben heute alle Viagogo-Verkaufsrekorde gebrochen - dank der kostenlosen Werbung durch das Leverkusener Management", hieß es in einer Stellungnahme von Unternehmenssprecher Steve Roest.

Es liege bislang weder eine einstweilige Verfügung vor, noch habe das Unternehmen jemals behauptet, offizieller Partner von Bayer Leverkusen zu sein, steht weiter in dem Schreiben.

Viagogo überlege sogar, "wie wir dem Management von Bayer Leverkusen für diese kostenlose Publicity danken können".

Stunden zuvor hatte sich Wolfgang Holzhäuser zu Wort gemeldet. "Wir haben uns im Sinne unserer Fans entschieden, den blühenden Schwarzmarkt für Fußballtickets auf Viagogo nicht länger zu dulden und hiergegen auch juristisch vorzugehen", sagte der Geschäftsführer des Bundesligisten:

"Wenn im Internet nun lange, bevor wir selbst Tickets verkaufen, bereits für fast die ganze Saison vermeintlich Tickets angeboten werden - und dies zu deutlich überteuerten Preisen - hat dies das Fass zum Überlaufen gebracht."

Schalke 04 hatte kürzlich einen erst eine Woche laufenden Vertrag mit der Ticketbörse nach massiven Fanprotesten fristlos gekündigt. Zudem erwägt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) juristische Schritte gegen das Unternehmen.

Es habe "schon Karten für das Länderspiel in Stuttgart gegen Chile im Jahr 2014 angeboten. Für diese Karten haben wir noch nicht mal Preise festgelegt. Diese Vorgehensweise halte ich für unseriös", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel