Die beiden HSV-Legenden Günter Netzer und Manfred Kaltz haben sich für eine Ausgliederung der Profi-Abteilung beim Hamburger SV ausgesprochen. "Ich bin sehr angetan von dem Konzept, das vorgelegt wurde. Es ist Zeit und unbedingt notwendig, dass etwas passiert", sagte Netzer der "Bild"-Zeitung.

"Ich kenne die Details nicht, aber vom Prinzip her finde ich es gut, weil nur so die Chance besteht, etwas zu verändern, das ist beim HSV dringend notwendig", sagte Kaltz dem SID. So wie bisher könne es nicht weitergehen, "seit Jahren herrscht Stillstand".

Mit Netzer und Kaltz steigt die Zahl der Befürworter einer weitreichenden Strukturreform bei den Hamburgern. Zuvor hatten sich bereits die HSV-Granden Ditmar Jakobs, Thomas von Heesen und Holger Hieronymus öffentlich für ein neues Konzept beim Bundesliga-Dino stark gemacht.

Die Reformpläne der Initiative "HSVPlus - Aufstellen für Europa", die der frühere Aufsichtsratsvorsitzende Ernst-Otto Rieckhoff am Dienstag in der Hansestadt vorgestellt hatte, sieht die Umwandlung der Profi-Abteilung des HSV in eine Aktiengesellschaft vor. Zudem soll der Aufsichtsrat von elf auf sechs Mitglieder reduziert und der Klub damit für Investoren wie den umstrittenen Klaus-Michael Kühne geöffnet werden.

"Die bisherigen Strukturen des HSV passen nicht in das moderne Fußball-Geschäft. Die unmögliche Satzung und die Qualität des Aufsichtsrats verhindern notwendige Entscheidungen. Deshalb begrüße ich das Konzept von Herrn Rieckhoff", sagte Netzer, der von 1978 bis 1986 die Geschicke der Hamburger als Manager gelenkt und die sportlich erfolgreichste Zeit der Hanseaten mitbegründet hatte.

Auch der HSV-Vorstandsvorsitzende Carl Jarchow steht den Plänen Rieckhoffs offen gegenüber. "Wir werden uns das Modell im Vorstand genau angucken. Grundsätzlich ist die Entwicklung so, dass früher oder später alle Klubs den Profi-Bereich ausgliedern werden", sagte Jarchow der "Bild"-Zeitung. Über die Chancen werde er keine Prognosen abgeben, "aber ich finde es immer gut, wenn solche Initiativen aus dem Mitgliederkreis kommen".

Für eine Umsetzung der Reform müsste der Vorstand bei der HSV-Mitgliederversammlung im Januar 2014 mit einfacher Mehrheit beauftragt werden, eine Ausgliederung vorzubereiten. Für einen späteren Vollzug wäre dann bei einer weiteren Versammlung eine Dreiviertelmehrheit nötig.

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