Statt vom betroffenen Fußball bekommt NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) für seine Anordnung zum Abzug der Polizei von Spielen des Bundesligisten Schalke 04 in der Politik kräftigen Gegenwind.

"Die nordrhein-westfälische Polizei ist nicht die Privatarmee von Herrn Jäger. Er darf sie nicht nach Gutsherrenart führen. Der Schnellschuss ist eine Kriegserklärung an die gesamte Bundesliga. Zudem spielt er fahrlässig mit der Gesundheit und der Sicherheit der Fußballfans", erklärte Peter Biesenbach als stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender im Düsseldorfer Landtag gut eine Woche vor der Bundestagswahl.

Jägers Maßnahme sei "völlig unverhältnismäßig".

Biesenbach verwies auf mögliche Auswirkungen der "unausgegorenen Pläne" über den Schalker Bereich hinaus.

Die Maßnahme träfe "auch alle anderen Klubs, die im Laufe der Saison in Gelsenkirchen antreten werden. Auch deren Fans werden künftig mit Sicherheitsentzug durch NRW-Innenminister Jäger bestraft", sagte der Unionspolitiker.

Schalkes bevorstehende Begegnungen in der Liga mit den Erzrivalen Bayern München (21. September) und Borussia Dortmund (26. Oktober) sowie in der Champions League mit dem FC Chelsea, meinte Biesenbach weiter, "dürfen nicht ohne die Polizei über die Bühne gehen. Falls es dort zu brenzligen Situationen kommen sollte, weil sich die Polizei nicht auf dem Stadiongelände aufhalten durfte, ist Herr Jäger dafür verantwortlich."

Von der Sportministerkonferenz erhält Jäger aber auch parteiübergreifende Unterstützung.

"Ich kann das nachvollziehen, wenn einem Innenminister da der Kragen platzt, wenn die Polizei so behandelt wird", sagte Boris Rhein (CDU), der Vorsitzende der Jahrestagung in Wiesbaden.

Und weiter: "Ralf Jäger zeigt hier ein deutliches Signal, aber Schule wird das nicht machen. Wenn was ist, wird die Polizei immer kommen."

Am Ende die "Polizei in die Pfanne zu hauen", sei "nicht sportlich", sagte Rhein, der betonte, "dass es das bei uns in Hessen nicht geben wird. Wir stehen hier in einer Kultur des Austausches."

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