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Ex-Sportdirektor Holger Hieronymus will die Profiabteilung des HSV ausgliedern © getty

Die Verantwortlichen der Initiative "HSV Plus" blicken der Mitgliederversammlung des Hamburger SV am Sonntag optimistisch entgegen, müssen aber bis zur endgültigen Entscheidung über die Zukunft des Traditionsvereins mit heftiger Gegenwehr rechnen.

Der ehemalige HSV-Spieler und -Sportdirektor Holger Hieronymus erklärte bei SPORT1.fm, "HSV Plus" sei zuversichtlich, die nötige einfache Mehrheit zu erhalten, um die angestrebte Ausgliederung der Profiabteilung des Traditionsvereins auf den Weg zu bringen.

Der eingetragene Verein sei nach Meinung von Steuerexperten und Juristen nicht mehr die angemessene Rechtsform für einen Bundesligisten.

Durch die Ausgliederung soll der Verein vor allem für mögliche Partner aus der Wirtschaft geöffnet werden.

Der ehemalige HSV-Präsident Jürgen Hunke möchte das mit seiner Initiative "Zukunft mit Tradition" verhindern. "Bitte kein Verkauf und keine Ausgliederung. Wir sind ein Sportverein, wir haben eine 126-jährige Tradition", betonte Hunke bei SPORT1.fm: "Wir haben alle Krisen überstanden, und wir müssen die selber lösen - und nicht, indem wir bei Investoren betteln oder irgendwas noch verkaufen."

Der Unternehmer hält veränderte Strukturen zwar ebenfalls für notwendig, möchte den Profifußball aber lediglich innerhalb des eingetragenen Vereins "outsourcen".

Er befürchte zwar, dass am Sonntag eine einfache Mehrheit für eine komplette Ausgliederung der Profiabteilung zustande komme.

Bei der endgültigen Entscheidung in einem Jahr traue er der Initiative "HSV Plus" jedoch nicht zu, die dann notwendige Dreiviertelmehrheit zustande zu bringen.

"Ich werde in dieser Sache kämpfen bis zur letzten Sekunde, dass dieser historische Fehler nicht gemacht wird", betonte Hunke.

Die Vertreter von "HSV Plus" möchten dagegen dem deutschen Rekordmeister FC Bayern nacheifern.

Dieser sei "ein Paradebeispiel für eine seriöse und erfolgreiche Partnerschaft zwischen dem Verein und seinen strategischen Partner", sagte Hieronymus.

Einer der Ansprechpartner der Initiative ist auch Klaus-Michael Kühne, der dem HSV bereits bei der Rückholaktion von Rafael van der Vaart finanziell unter die Arme gegriffen hatte.

"Die Signale sind so, dass es eine Grundbereitschaft gibt, sich wieder mit dem HSV zu befassen - allerdings nicht in der aktuellen Konstellation", sagte Hieronymus bei SPORT1.fm zu einem möglichen Engagement Kühnes.

Felix Magath sei dagegen bei "HSV Plus" derzeit kein Thema, auch wenn man zur Kenntnis genommen habe, "dass Felix sich zu dem Thema insgesamt hier und da geäußert hat."

Die Initiative "Zukunft mit Tradition" scheint in den Gesprächen mit Magath dagegen schon einen Schritt weiter zu sein. "Felix und ich haben letzte Woche viele Stunden zusammen geredet, und wir sind da vollkommen deckungsgleich", sagte Hunke.

Er wolle derzeit aber nicht, dass Magath ihn offen unterstütze.

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