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In der Debatte um die Einführung des Videobeweises hat Geschäftsführer Andreas Rettig das Interesse der Deutschen Fußball Liga (DFL) an einer Ausweitung bisheriger Hilfstechniken bekräftigt.

"Die Torlinientechnologie und die mit ihr verbundenen Investitionen klären nur fünf Prozent der kritischen Torentscheidungen auf, wesentlich effektiver zur Reduzierung der Fehlentscheidungen wäre der Videobeweis", sagte Rettig der "Bild am Sonntag" mit Verweis auf Studienergebnisse.

"Wenn man bei spielentscheidenden Vorgängen wie Torerzielung oder einer Roten Karte eine Information an den Schiedsrichter zulassen würde, kämen wir der Gerechtigkeit deutlich näher als mit der isloierten Torlinientechnologie", erklärte Rettig weiter.

Zur Untermauerung seiner Sicht wies der ehemalige Manager der Bundesligisten SC Freiburg, 1. FC Köln und FC Augsburg auf das nicht gegebene Tor von Borussia Dortmund im diesjährigen DFB-Pokalfinale gegen Bayern München hin:

"Die Torlinientechnologie hätte Tor angezeigt, ohne eine eventuelle Abseitsstellung von Mats Hummels zu berücksichtigen. Wäre es gerecht, dann auf Tor zu entscheiden?"

Rettig, der in der Vorwoche bei der Vorstellung des Bundesliga-Spielplans die Diskussion über Hilfstechniken durch ein Plädyoer für den Videobeweis auf eine neue Ebene gehoben hatte, kündigte Gespräche mit den Schiedsrichtern und Managern der Liga über ein bereits laufendes Videobeweis-Experiment in den Niederlanden an.

Laut Rettig teste der niederländische Verband KNVB "mit einem Anbieter der Torlinientechnologie eine Art Video-Schiedsrichter, der in einem Kontrollraum mit einer Vielzahl von Kameraeinstellungen in kürzester Zeit Szenen beurteilen kann". Rettig bestätigte die Unterstützung des KNVB durch die DFL.

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