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Horst Köppel war in Deutschland zuletzt Trainer in Mönchengladbach (bis Mai 2006) © imago

Horst Köppel ist zurück: Bei Sport1.de spricht der Ingolstadt-Coach über den drohenden Abstieg und seine Zukunftsplanungen.

Von Nikolai Kube

München - Es ist eine Mammutaufgabe, die sich Horst Köppel (Porträt) aufgebürdet hat:

Nach zweijähriger Abstinenz ist der 60-Jährige auf die Fußballbühne in Deutschland zurückgekehrt, hat in der Zweiten Liga beim FC Ingolstadt angeheuert und soll die "Schanzer" vor dem drohenden Abstieg in die Dritte Liga bewahren. (Feuerwehrmann ja, Lautsprecher nein)

Keine leichte Aufgabe.

Nach gutem Saisonstart ist der FCI unter Coach Thorsten Fink sugszessive abgerutscht - bis plötzlich die Abstiegsangst präsent war.

"Denke nicht an Dritte Liga"

Mit fünf Punkten Rückstand auf Relegationsplatz 16 und sieben Zählern auf die Nicht-Abstiegs-Region befindet sich der FCI in einer brenzligen Situation (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Mit dem direkten Wiederabstieg will sich Fußballlehrer Köppel aber nicht befassen:

"Ich bin nicht nach Ingolstadt gekommen, um mir jetzt über die Dritte Liga Gedanken zu machen", sagt Köppel im Interview mit Sport1.de.

Außerdem sprach der 60-Jährige über die Rückkehr ins aktive Trainergeschäft, das Ingolstädter Umfeld und seine Zukunfsplanungen.

Sport1.de: Herr Köppel, Ihr Debüt als Trainer beim FC Ingolstadt hat ja leider mit einer unglücklichen Niederlage beim 1. FC Nürnberg begonnen. Aber es gab sicherlich auch Aspekte, die Ihnen an ihrem neuen Team gefallen haben. Welche waren das?

Horst Köppel: Es ist schon richtig, wir haben leider keine Punkte aus Nürnberg mitgebracht. Das ist natürlich nicht so lustig. Was mich aber optimistisch stimmt ist, dass wir die letzten 20 bis 25 Minuten richtig Druck gemacht haben und auch Möglichkeiten zum Ausgleich hatten. Aber letztendlich nützt das alles nichts und außerdem darf man die erste Halbzeit nicht vergessen. Die war wirklich nicht gut, da hätten wir auch noch mehr Gegentore kassieren können.

Sport1.de: Am kommenden Wochenende kommt es zum "Abstiegs-Endspiel" gegen Rot Weiss Ahlen. Was erwarten sie sich von ihrem Team?

Köppel: Ein Sieg ist ganz klar Pflicht. Ich hoffe, dass meine Mannschaft genau so auftritt, wie sie gegen Nürnberg aufgehört hat. Dann müsste auch ein Sieg drin sein. Aber ob es so kommt, kann ich natürlich nicht voraussagen.

Sport1.de: Fünf Punkte fehlen im Moment auf einen Nichtabstiegsplatz. Was macht Sie dennoch optimistisch, dass der Klassenerhalt erreicht wird?

Köppel: Wir müssen jetzt erstmal die Freitagsspiele abwarten. Wenn Osnabrück zuhause gegen Aachen verliert, was durchaus möglich ist, und wir am Sonntag unser Heimspiel gewinnen, dann sind es zwei Punkte. Die Hoffnung haben wir auf jeden Fall noch nicht aufgegeben, solange rechnerisch noch etwas möglich ist.

Sport1.de: Einen Vertrag für die Dritte Liga haben Sie nicht. Ist das richtig?

Köppel: Wenn ich einen neuen Verein übernehme, denke ich nicht daran, was nächste Saison passieren könnte. Im Moment sind wir noch in der Zweiten Liga und ich gehe auch davon aus, dass das so bleibt. Ich bin nicht nach Ingolstadt gekommen, um mir jetzt über die Dritte Liga Gedanken zu machen.

Sport1.de: Was hat sie dazu bewogen, wieder ins Trainergeschäft zurückzukehren. Und sich noch dazu den Stress des Abstiegskampfes anzutun?

Köppel: Ich muss zugeben, ich wollte schon länger wieder im Fußballgeschäft einsteigen. Aber es gibt ja nicht so viele Stellen in der ersten und zweiten Bundesliga, daher war es nicht ganz so einfach. Ich habe dann die Anfrage bekommen, wir haben uns zusammengesetzt und ich habe mich dann schnell von dem Projekt Ingolstadt überzeugen lassen.

Sport1.de: Und was genau macht das "Projekt Ingolstadt" aus?

Köppel: Die Verantwortlichen haben mir bei diesem Gespräch klargemacht, dass der Verein etwas bewegen will und das hat mich sofort überzeugt. Ingolstadt ist ein Verein, der Zukunftspläne hat, noch dazu bekommen wir im kommenden Jahr ein neues Stadion. Und wenn ich da noch ein paar Jährchen arbeiten könnte, wäre das ein schöner Abschluss für meine Karriere.

Sport1.de: Soll der Job beim FC Ingolstadt ihre letzte Trainerstation sein?

Köppel: Nein, das kann man so nicht sagen. Man weiß ja nie, wie lange man bei einem Verein bleiben darf. Bisher ging es für Ingolstadt ja immer aufwärts, wir wollen mal nicht hoffen, dass es sich jetzt auch mal in die andere Richtung entwickelt, denn der Verein ist ja noch relativ jung.

Sport1.de: Ihr Vorgänger Thorsten Fink hat in der "tz" gesagt, mit ihm als Trainer wäre der FCI auf keinen Fall abgestiegen. Was sagen Sie zu solchen Äußerungen?

Köppel: Dazu werde ich mich nicht äußern. Wir müssen in die Zukunft schauen, und alles für den Verein geben.

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