vergrößernverkleinern
Tommy Bechmann (l.) brachte den SC Freiburg auf die Siegerstraße © getty

Nach dem vollbrachten Aufstieg macht der SC Freiburg die Nacht zum Tag. Die Planungen für die neue Liga laufen bereits.

Freiburg - Erst fünf Stunden Fahrt im "Party-Bus", dann die Feier mit den Fans bis in die Morgenstunden am heimischen Stadion.

Der SC Freiburg hat seine Rückkehr in die Bundesliga nach vier Jahren Abstinenz in der Nacht von Sonntag auf Montag gebührend bejubelt und wird dies bei diversen Gelegenheiten auch noch in den kommenden Wochen tun.

Doch bei aller Partystimmung im Anschluss an den 5:2-Erfolg bei der TuS Koblenz haben die Verantwortlichen längst mit den Planungen für die kommende Saison begonnen.

Dutt tritt aus Finkes Schatten

"Für den Verein bedeutet die erste Liga natürlich ein besseres Leben. Was die Einnahmen und die sportliche Situation angeht, sieht das alles ganz anders aus als in der Zweiten Liga", sagte Erfolgstrainer Robin Dutt, der schon nach zwei Jahren im Breisgau aus dem langen Schatten seines Vorgängers Volker Finke herausgetreten ist.

"Ich habe hier tolle Menschen vorgefunden. Da passte ein Mosaiksteinchen ins andere - da war der Erfolg kaum zu vermeiden."

Gemeinsam mit Sportdirektor Dirk Duffner hat Dutt den vorher als "SC Finke" bezeichneten Verein umgekrempelt und die Freiburger zum vierten Mal in ihrer Klubgeschichte in die Eliteklasse geführt.

Dort will der Aufsteiger in erster Linie mit den bewährten Kräften bestehen. "Der Kader für die Bundesliga steht eigentlich. Wir werden uns nur punktuell verstärken", erklärte Duffner.

Reisinger kommt, Schwaab geht

Fest steht bereits die Verpflichtung von Torjäger Stefan Reisinger von der SpVgg Greuther Fürth und der Wechsel von Außenverteidiger Daniel Schwaab zu Bayer Leverkusen.

Interesse hat der SC angeblich an Fin Bartels von Hansa Rostock, Freiburgs Verteidiger Ömer Toprak wird dagegen mit 1899 Hoffenheim in Verbindung gebracht.

Stocker begeistert von Dutt

Bei den personellen Planungen vertraut die Klubführung um Präsident Achim Stocker voll auf seinen Glücksgriff Dutt.

Der mit 37 Amtsjahren dienstälteste Klubchef im deutschen Profifußball lobte noch einmal die Verdienste des Trainers, der als Spieler nie über die Niederungen des Amateurfußballs hinausgekommen war. "Was er mit seinem Funktionsteam geleistet hat, ist aller Ehren wert", sagte Stocker.

Vorfreude auf Derbys

Doch nicht nur Stocker lobte die Arbeit Dutts. Die Glückwünsche an den Coach hatten zahlreiche Absender.

"Die Freiburger haben den besten Fußball gezeigt und unheimlich konstant gespielt", äußerte Teamchef Markus Babbel vom VfB Stuttgart, der sich bereits auf die baden-württembergischen Derbys in der kommenden Saison freut.

Schließlich hatte Babbel das bisher letzten Derby am 20. März 2005 (1:0) mit seinem Treffer zugunsten des VfB entschieden.

Lob von Konkurrenten

Auch die Aufstiegs-Konkurrenten der Freiburger sparten nicht mit Anerkennung.

"Freiburg wird die Bundesliga bereichern", sagte Coach Michael Oenning vom 1. FC Nürnberg. "Ich freue mich für Robin Dutt. Er hat es als Nachfolger von Finke nicht leicht gehabt", betonte Trainer Jörn Andersen vom FSV Mainz 05.

Dutt verspricht Einsatz bis zum Schluss

Das Lob der Aufstiegsaspiranten kam allerdings nicht von ungefähr. Schließlich spielt der SC am Mittwoch beim Schaulaufen vor den eigenen Fans gegen die ebenfalls um den Aufstieg spielende SpVgg Greuther Fürth.

Dutt, dessen Vertrag bis 2010 läuft, versprach bereits vollen Einsatz: "Ich kann versprechen, dass wir am Mittwoch eine motivierte Mannschaft auf den Platz schicken werden, um der Konkurrenz gerecht zu werden."

Ob die Profis bis Mittwoch allerdings wieder voll auf der Höhe sind, ist eher fraglich. Schließlich hat die Mannschaft laut Mittelfeldspieler Julian Schuster "im Bus soviel Gas gegeben wie auf dem Platz".

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel