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Alois Schwartz (M.) hat am 4. Mai das Amt als FCK-Trainer von Milan Sasic übernommen © imago

Vor dem Spiel des FCK auf dem Tivoli erläutert Trainer Alois Schwartz im Sport1.de-Interview die Aufstiegschancen seines Teams.

Von Andreas Kloo

München - Gerade einmal eine Woche ist Alois Schwartz als Nachfolger des überraschend entlassenen Milan Sasic Cheftrainer des 1. FC Kaiserslautern.

Nach dem 1:0-Heimsieg gegen den FC Augsburg bei seinem Debüt auf der Trainerbank gibt Schwartz der fußballverrückten Region aber schon jetzt neue Hoffnung - die Hoffnung auf die Bundesliga-Rückkehr.

Derzeit belegt Kaiserslautern den fünften Tabellenplatz, zwei Punkte hinter Mainz 05 und dem sicheren Aufstiegsplatz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Um mit diesem aber weiterhin liebäugeln zu können, muss erstmal Tabellennachbar Alemmania Aachen geschlagen werden (ab 17.30 Uhr LIVE).

"Aachen muss mehr machen"

Dabei sieht Schwartz seine "Roten Teufel" aber durchaus im Vorteil. "Aachen wird mehr machen müssen und das kann uns vielleicht entgegen kommen", glaubt er.

Im Sport1.de-Interview sieht er für den FCK in jeder der drei verbleibenden Partien eine Chance:

Sport1.de: Herr Schwartz, durch die Entlassung von Milan Sasic wurden Sie in Kaiserslautern zum Cheftrainer ernannt. Wie überrascht waren Sie von dieser Beförderung?

Schwartz: Die ganze Entwicklung war für mich überraschend, was aber letztlich auch für die Professionalität beim FCK spricht, denn obwohl im Nachhinein von einem schleichenden Prozess gesprochen wurde, haben Medien um Umfeld davon kaum etwas mitbekommen. Dass Stefan Kuntz mir das Vertrauen schenkt, freut mich sehr und ich werde alles tun, um es zu rechtfertigen.

Sport1.de: Haben Sie einschneidende Veränderungen im Vergleich zu Ihrem Vorgänger vorgenommen?

Schwartz: Die Mannschaft ist konditionell in gutem Zustand, verfügt über eine gute Qualität und sehr guten Charakter. Es ging mir zu Beginn in erster Linie darum, Frische in die Köpfe zu bekommen und ein festes Ziel vorzugeben. Wir wollen das große Ziel erreichen, wollen unsere Chance zum Aufstieg nutzen und die noch ausstehenden Spiele gewinnen. Mit diesem Ziel vor Augen - einem kühlen Kopf und einem feurigen Herzen - gehen wir unsere Aufgaben an.

Sport1.de: Wie sehen Sie die Chancen in Aachen?

Schwartz: Ich habe als Spieler gern in Aachen gespielt, denn die Atmosphäre ist etwas ganz besonderes. Am Abend, unter Flutlicht in dem engen Stadion bei vielleicht nassem Rasen, da rutscht der Ball und die Zuschauer gehen jede Aktion mit. Als Fußballer freut man sich auf solche Spiele. Für uns wird es natürlich schwer, aber ich sehe in jeder Partie für uns eine Chance. Aachen wird mehr machen müssen und das kann uns vielleicht entgegen kommen. Aber wir werden auch nicht nur auf Konter spielen, sondern unsere Chancen suchen. Wenn wir diese nutzen, dann können wir auch am Tivoli erfolgreich sein.

Sport1.de: Aktuell liegt der FCK nur einen Punkt hinter einem Aufstiegsplatz. Schaffen Sie die Bundesliga-Rückkehr?

Schwartz: Das ist nicht nur von uns abhängig, aber wir werden alles versuchen, um die noch ausstehenden Spiele zu gewinnen.

Sport1.de: Ist es für Sie vielleicht von Vorteil, dass der SC Freiburg schon aufgestiegen ist und am letzten Spieltag eventuell nicht mehr 100 Prozent geben wird?

Schwartz: Das glaube ich nicht. Wichtig ist, dass wir unser nächstes Spiel gewinnen und uns nur darauf konzentrieren. Wir dürfen mit den Gedanken weder bei den kommenden Partien noch bei den Ergebnissen auf den anderen Plätzen sein.

Sport1.de: Kapitän Axel Bellinghausen hat kurz vor Saisonschluss seinen Abschied vom Betzenberg bekannt gegeben. Sorgt das für Unruhe in der Mannschaft?

Schwartz: Nein, Axel hat das Thema offen angesprochen und zudem ist ein Wechsel ein völlig normaler Vorgang.

Sport1.de: Wie wird es denn mit Ihnen persönlich im Sommer weiter gehen? Steht es schon fest, dass Sie dann wieder ins zweite Glied rücken werden?

Schwartz: Es wurde deutlich gesagt, dass der Vorstand nach einem neuen Cheftrainer sucht und ich für die ausstehenden vier Spiele die Verantwortung übernehme. Darauf und nur auf diesen Partien liegt jetzt meine volle Konzentration. Zudem macht mir die erfolgreiche Arbeit mit den jungen Spielern der U23 des FCK sehr viel Spaß, so dass ich dies nicht als Rückstufung ins zweite Glied verstehen würde.

Sport1.de: Falls Sie den Aufstieg schaffen würden, wären Sie wohl ein Held in Lautern. Da müssten Sie doch eigentlich als Cheftrainer im Amt bleiben. Ist das momentan Ihr großer Traum?

Schwartz: Jeder Trainer möchte irgendwann einmal die Verantwortung bei einem Profiklub übernehmen, da unterscheide ich mich nicht. Aber mit dieser Frage beschäftige ich mich jetzt nun wirklich nicht. Es zählt nur das Spiel gegen die Alemannia. Das wollen wir gewinnen und dafür werden wir alles in die Waagschale werfen.

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