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Horst Köppel war von 2005 bis 2006 Trainer bei Borussia Mönchengladbach © imago

Nach dem Abstieg betreibt man in Ingolstadt Ursachenforschung. Köppel wartet immer noch auf seinen ersten Sieg mit den Bayern.

Von Jürgen Blöhs

Ingolstadt - Die Chance war nur noch theoretisch, und kein Spieler oder Klub-Verantwortlicher wollte sich vor der Partie gegen den FC St. Pauli zu der Aussage hinreißen lassen, dass der FC Ingolstadt den Abstieg noch verhindert.

Aber nach dem Motto "Wunder gibt es immer wieder" sollte mit dem ersten Sieg im Jahr 2009 nach dem letzten Strohhalm gegriffen werden.

"Die Mannschaft hat das letzte Fünkchen Hoffnung noch nicht aufgegeben", hatte Horst Köppel vor dem Spiel die Stimmung im Team beschrieben.

"Köppel wartet auf Sieg"

Aber nach dem 0:1 gegen die Hamburger, die in der laufenden Saison so manchem Abstiegskandidaten drei Punkte beschert haben, ist nun auch rein rechnerisch nichts mehr drin - und Köppel wartet weiter auf einen Sieg in der Zweiten Liga.

Neben den drei Niederlagen mit den "Schanzern" konnte der Trainer auch von sieben Spielen als "Feuerwehrmann" bei Fortuna Düsseldorf 1991/92 keines gewinnen.

So "kann man nicht gewinnen"

"Wenn man solche Chancen auslässt, muss man sich nicht wundern, wenn man keine Spiele gewinnt und am Ende absteigt", ärgerte sich Torwart Michael Lutz über seine Vorderleute.

Doch über Ingolstadt weinte nur der Himmel. Den Profis war zwar nicht nach Reden zumute, aber so richtig traurig konnte auch keiner mehr sein.

"Das drohte spätestens seit der Niederlage gegen Ahlen. Mit dem Gedanken hat sich jeder wohl schon beschäftigt. Es kommt nicht überraschend", beschrieb Matthias Schwarz die Stimmung.

Trainerwechsel zu spät?

"Vielleicht waren wir uns nach den 21 Punkten in der Vorrunde zu sicher und haben mit dem Trainerwechsel doch zu lange gewartet", übte der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Jackwerth Selbstkritik beim TV-Sender "Premiere".

Doch die Vergangenheit soll nun zu den Akten gelegt werden. Wichtig seien nun die Planungen für die kommende Saison.

Neues Stadion 2010/11

"Wir planen, 2010/11 im neuen Stadion zu spielen und uns langfristig im Profi-Fußball zu etablieren", sagte Harald Gärtner in einem Gespräch mit Sport1.de.

Routiniers wie Heiko Gerber und Zecke Neuendorf haben ebenso Interesse bekundet wie Trainer Köppel, in der Dritten Liga das Projekt Wiederaufstieg anzugehen.

"Wir werden uns in den Gremien zusammensetzen und die Weichen für die Zukunft stellen. Nichts ist ausgeschlossen. Wir wollen für die kommende Saison eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen", so Gärtner.

"Mit Anstand verabschieden"

Für die letzten zwei Spiele im ersten Zweitliga-Jahr gilt: "Wir wollen uns mit Anstand verabschieden", erwartet der Sportdirektor von den Spielern, dass sie sich "genau so zerreißen, wie in den letzten Spielen."

Vielleicht wird es ja noch etwas mit dem ersten "Dreier" für das einzige Team im deutschen Profi-Fußball ohne Sieg im Jahre 2009 ? und das erste Erfolgserlebnis für Köppel in Liga zwei.

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