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Andersen (l.) und Oenning bestreiten in Mainz und Nürnberg ihre erste Saison © getty

Vor dem großen Fernduell um den Aufstieg äußern sich Jörn Andersen und Nürnberg-Coach Michael Oenning im Doppel-Interview.

Von Matthias Becker

München - Jörn Andersen hat diesen Abschnitt aus seinem Gedächtnis gelöscht.

In der Saison 2003/2004 klopfte der Norweger mit Rot-Weiß Oberhausen an der Tür zur Bundesliga, doch am letzten Spieltag wurde Andersens Mannschaft noch abgefangen. Mainz eroberte Platz drei und stieg auf.

Ausgerechnet der Verein also, mit dem Coach Andersen den Aufstieg in dieser Saison realisieren kann. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"An die Zeit damals denke ich nicht zurück", sagt Andersen im Interview mit Sport1.de.

Wer steigt direkt auf?

Sowohl Mainz (60 Punkte) als auch dem ärgsten Verfolger Nürnberg ist Platz zwei oder drei sicher.

Ein Heimsieg gegen Oberhausen und Mainz ist als Zweiter durch - ganz egal wie die Partie des Club gegen die "Löwen" endet.

"Weil es an uns liegt, konzentrieren wir uns darauf, das letzte Heimspiel erfolgreich zu gestalten", so Andersen.

Aufholjagd unter Oenning

Michael Oenning wurde im September zum Cheftrainer des 1. FC Nürnberg. Der Club hatte sich einen Fehlstart geleistet, startete dann jedoch eine tolle Aufholjagd.

"Das wir jetzt um den Aufstieg spielen, ist eine tolle Sache", sagt Oenning im Sport1.de-Interview.

Im Doppel-Interview mit Sport1.de äußern sich Andersen und Oenning über das Fernduell um den Aufstieg, die Chancen ihrer Teams und eine mögliche Relegation.

Sport1.de: Herr Andersen, was kann den direkten Aufstieg von Mainz 05 am letzten Spieltag noch verhindern?

Jörn Andersen: Rot-Weiß Oberhausen und der 1. FC Nürnberg. Aber nur, wenn wir es zulassen. Und weil es an uns liegt, konzentrieren wir uns darauf, das letzte Heimspiel erfolgreich zu gestalten.

Sport1.de: Herr Oenning, bei wieviel Prozent liegt die Chance, dass der 1. FC Nürnberg doch noch den direkten Bundesliga-Aufstieg packt? Rechnen Sie damit, dass die Mainzer stolpern?

Michael Oenning: Ich weiß, dass wir mit aller Macht gegen 1860 München gewinnen wollen. Was dann anderswo passiert, liegt nicht an uns.

Sport1.de: Herr Andersen, wie ist die Stimmung in dieser vielleicht letzten Woche der Saison? Herrscht eher Anspannung oder Vorfreude?

Andersen: Gespannte Vorfreude würde ich sagen. Ganz Mainz fiebert diesem Spiel entgegen, die Mannschaft brennt darauf in diesem Spiel alles klar zu machen. Wir bereiten uns aber sehr konzentriert auf unsere Aufgabe gegen Oberhausen vor und versuchen bei aller Leidenschaft auch einen kühlen Kopf zu bewahren.

Sport1.de: Ist es ein psychologischer Vorteil, dass sie schon mindestens den Relegationsplatz sicher haben?

Andersen: Das kann sein, eine weitere Aufstiegschance haben wir am Sonntag in der Hinterhand. Aber damit beschäftigen wir uns überhaupt nicht. Wir wollen unser Heimspiel am Sonntag gewinnen.

Oenning: Wofür beziehungsweise wem gegenüber? Wir müssen und können doch nur auf uns schauen, das hat wenig mit Psychologie zu tun. Aber natürlich sind wir nicht unglücklich darüber, dass die Konkurrenten hinter uns keine Chance mehr haben, uns zu überholen.

Sport1.de Welche Chancen würden Sie ihrem Team in der Relegation einräumen?

Andersen: Wir werden alles investieren, dass dieser Fall nicht eintritt.

Oenning: Die Frage erübrigt sich doch! Wenn wir über die Relegation aufsteigen können, dann wollen wir das doch wohl auch. Wir haben eine erfolgreiche Saison gespielt, wir haben bewiesen, dass wir wichtige Spiele für uns entscheiden können. Und wir werden auf einen Gegner treffen, der in der ganzen Saison nicht so oft gewonnen hat. Wir werden sicher Respekt haben, aber ganz bestimmt auch keine Angst.

Sport1.de: Herr Andersen, wäre es für Sie nach dem damals mit Oberhausen - ausgerechnet gegen Mainz - knapp verpassten Aufstieg eine große Genugtuung, jetzt mit den 05ern hochzugehen?

Andersen: An die Zeit damals denke ich nicht zurück. Ein Aufstieg wäre für den Verein, die Fans und natürlich auch für mich eine Riesensache und für uns alle sicher auch eine Genugtuung nach einer Saison, in der wir viele Hürden überspringen mussten.

Sport1.de: Herr Oenning, hätten Sie bei Ihrer Beförderung zum Cheftrainer damit gerechnet, gleich bei Ihrer ersten Station als verantwortlicher Trainer in die Bundesliga aufsteigen zu können?

Oenning: Das ist nicht die Frage. Ziel war es, ein Team aufzubauen, das Perspektive hat, das unseren Fans etwas von ihrer Leidenschaft zurück gibt. Das haben wir erreicht und das wir jetzt auch um den Aufstieg spielen, ist eine tolle Sache!

Sport1.de: Welche Vorbereitungen gibt es für den Fall des direkten Aufstiegs? Haben Sie mit den Spielern irgendwelche Wetten laufen?

Andersen: Wir bereiten uns auf das Spiel gegen Oberhausen vor. Alles, was danach kommen kann, interessiert uns jetzt nicht.

Oenning: Nein, das ist doch Unsinn. Wir spielen unser Spiel oder unsere Spiele, und wenn wir am Ende den Aufstieg schaffen sollten, dann werden wir mit unseren Fans eben spontan feiern. Dass soll ja auch meistens am schönsten sein.

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