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"Pele" Wollitz (l.) und Andre Schubert vor dem entscheidenden Relegationsspiel © getty

Nachdem Paderborn in der Relegation auf- und Osnabrück abgestiegen ist, ist bei beiden Klubs die Trainerfrage völlig offen.

Osnabrück/Paderborn - Ein Trainer geht, der andere bleibt - so stellt man sich das vor, wenn ein Verein aufsteigt und der andere abstürzt.

Beim SC Paderborn und dem VfL Osnabrück ist es aller Wahrscheinlichkeit nach ebenso, aber mit vertauschten Rollen.

Während Interimscoach Andre Schubert beim neuen Zweitligisten Paderborn wahrscheinlich wieder auf seinen Posten als sportlicher Leiter zurückkehren wird, möchte Claus-Dieter Wollitz bei "seinem" VfL gerne den Neuaufbau in der Dritten Liga einleiten.

Der Paderborner "Aufstiegsmacher" Schubert flirtete während der feucht-fröhlichen Feier allerdings für einen Moment mit einer Rolle als westfälischer "Mini-Magath" in Doppelfunktion.

Beeindruckende Bilanz für Schubert

"Ich muss das jetzt alles erst einmal sacken lassen", sagte der 34-Jährige, "eine Entscheidung fällt später."

Vier Siege mit 11:0 Toren in den Spielen unter seiner Leitung sprechen jedoch für ihn, Trainererfahrung im Profibereich hat der ausgebildete Fußballlehrer allerdings nicht.

Nach der 0:1 (0:0)-Niederlage am Montag im zweiten Relegationsspiel (zum Spielbericht) lief Wollitz als einziger Osnabrücker zu den Zuschauern in die Stehkurve, eine Träne im Auge oder auch zwei, klatschte in die Hände, bedankte sich für die Unterstützung 113294(Die Bilder).

Jubel und Pfiffe für Wollitz

Und während ein Teil der Fans den Namen des Trainers skandierte, pfiffen andere. Nach zwei 0:1-Pleiten gegen die Ostwestfalen war das Osnabrücker Schicksal endgültig besiegelt.

Wollitz hat noch einen Vertrag bis 2011, der auch für die Dritte Liga gilt. Der 43-Jährige möchte ihn gerne erfüllen, obwohl er seine Verantwortung für den Absturz einräumt: "Wir haben es in diesem Jahr nicht geschafft, die Spieler zu finden, die hierherpassen", sagte Wollitz, "das muss ich mir ankreiden."

Damit hatte er aber auf der anderen Seite den Schwarzen Peter auch schon weitergeschoben: "Schade, dass viele Spieler nicht bereit waren, mit letztem Einsatz für Osnabrück zu kämpfen."

Schwierige Bedingungen beim VfL

VfL-Präsident Dirk Rasch bleibt zudem ein Fan von "Pele" Wollitz. Er weiß, dass es schwierig wird, einen Trainer zu finden, der mit gleichem Enthusiasmus zum Verein steht.

"Der Vorstand ist einstimmig der Auffassung, dass Claus-Dieter Wollitz einen Neuaufbau einleiten soll."

Die Rahmenbedingungen dafür sind schwierig. Nur vier Spieler haben einen Vertrag für die Dritte Liga, die Fernsehgelder reduzieren sich um rund vier Millionen Euro auf 800.000 Euro.

Ziel ist der Wiederaufstieg

Im Lizenzantrag für die Drittklassigkeit hat der Verein dennoch einen Etat von 6,7 Millionen Euro eingereicht und kalkuliert dafür optimistisch mit 11.000 Zuschauern im Schnitt.

"Wir werden uns jetzt schütteln und dann rangehen, wieder eine gute Mannschaft aufzubauen", kündigte Rasch an, `wir werden es gemeinsam schaffen, die Zweite Liga wieder zu erreichen."

Vorbild kann eben der SC Paderborn sein. Die Ostwestfalen haben in einem Saisonschlussspurt unter Schubert den Betriebsunfall mit dem Abstieg vom Vorjahr sofort wieder korrigiert.

Freibier und Party in Paderborn

Allerdings gelang erst nach der Trennung von Trainer Pawel Dotschew die Sicherung von Platz drei in der Dritten Liga und die Qualifikation für das Relegationsduell gegen Osnabrück.

Mit Schubert holten die Paderborner vier Siege und 11:0 Tore.

10.000 Fans feierten Montag bis spät in die Nacht auf dem Paderborner Rathausplatz ihr Team, das sich ins Goldene Buch der Stadt eintrug, bevor es gegen 22.00 Uhr auf eine Bühne trat.

Die 1000 Liter Freibier waren da schon längst ausgetrunken. Das erfolgreiche Team soll auch in der höheren Klasse im Wesentlichen zusammenbleiben, dazu soll in jedem Mannschaftsteil ein erfahrener Zweitligaakteur kommen.

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