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Günter Eichberg (r., hier mit Aleksandar Ristic) führte Schalke in die Bundesliga zurück © imago

Der Unternehmer will das Präsidenten-Amt bei den abgestiegenen Bielefeldern übernehmen. Assauer soll helfen, Slomka ziert sich noch.

Bielefeld - "Sonnenkönig" Günter Eichberg will in Zukunft auf der Alm regieren. Der ehemalige Präsident von Schalke 04 plant, mit Ex-Manager Rudi Assauer bei Arminia Bielefeld einzusteigen.

"Ja, ich werde nächste Woche nach Bielefeld fahren und dort mit ein paar Führungspersönlichkeiten aus dem Aufsichtsrat und der Wirtschaft Gespräche führen. Ich kann mir eine Präsidentschaft bei der Arminia sehr gut vorstellen", sagte Eichberg.

Der Verein benötige "eine neue Struktur und wieder starke Leute im Vorstand, dafür würde ich mich gerne in Zusammenarbeit mit Rudi Assauer engagieren".

Assauer stünde Eichberg zwar gerne als Berater zur Seite, schloss aber kategorisch aus, ein Amt beim Bundesliga-Absteiger zu übernehmen. ad

"Günter hat mich gefragt, ob ich ihm ab und zu helfe, wenn er Fragen hat. Ein Amt? Vergessen Sie's. Mit Sicherheit nicht", sagte der langjährige Schalke-Manager.

Slomka verhandelt mit Bielefeld

Auch Trainer Mirko Slomka wird mit der Arminia in Verbindung gebracht. Zuletzt hatten sowohl Zvonimir Soldo (1. FC Köln) als auch Claus-Dieter Wollitz (Energie Cottbus) abgesagt.

Wie die "Bild" berichtet, gab es bereits ein Treffen zwischen Slomka und dem Arminia-Sportchef Detlev Dammeier.

Ein erster Versuch, den 41-Jährigen nach Bielefeld zu lotsen, sei gescheitert, da die Gehaltswünsche Slomkas zu hoch gewesen seien.

Der ehemalige Schalke-Coach wartet schon seit 14 Monaten auf einen neuen Job.

"Richtig Lust auf etwas Schönes"

Eichberg hingegen erklärte, er habe nach seiner fünfjährigen Amtszeit als Bürgermeister von Bad Bertrich "richtig Lust auf etwas Schönes, nämlich eine Aufgabe im Fußball. Natürlich wäre ich auch gerne nach Schalke zurückgekehrt, doch das ist unter der jetzigen Führung ausgeschlossen."

Bei der Arminia herrscht nach dem siebten Abstieg aus der Bundesliga Führungschaos.

Der Vorstand trat geschlossen zurück. Klubpräsident Hans-Hermann Schwick, Geschäftsführer Roland Kentsch, Albrecht Lämmchen und Andreas Mamerow werden ihre Ämter auf der Jahreshauptversammlung am 22. Juni zur Verfügung stellen.

Nicht nur Glanz und Gloria auf Schalke

Eichberg war vom 16. Januar 1989 bis zum 17. Oktober 1993 Präsident auf Schalke. In dieser Zeit investierte er Millionen aus seinem Privatvermögen in den Verein.

"Im Nachhinein war es ein Fehler, dass ich soviel eigenes Geld in den Verein gepumpt habe. Das hat mich fast Kopf und Kragen gekostet", sagte er später.

Zwar führte Eichberg die "Knappen" wieder in die Bundesliga, zeichnete aber auch für einige Transferflops wie die Verpflichtung von Radmilo Mihajlovic oder Bent Christensen verantwortlich.

Bei seinem Rücktritt im Oktober 1993 hinterließ er auf Schalke einen Schuldenberg.

Unrühmlicher Abgang nach Florida

Mit einer Personalie lag Eichberg jedoch goldrichtig: "Die beste Entscheidung, die ich für Schalke getroffen habe, war die Rückholaktion von Rudi Assauer. Ich dachte damals, ich bleibe bis an mein Lebensende Schalke-Präsident."

Stattdessen geriet er als Inhaber mehrerer Krampfader-Kliniken in Schieflage und siedelte daraufhin für zehn Jahre nach Florida über.

2004 schließlich wurde er zum Bürgermeister seines Wohnortes Bad Bertrich gewählt.

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