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Lothar Matthäus wurde 1990 mit Deutschland Weltmeister © getty

Laut Medienberichten könnte der 48-Jährige Trainer der Arminia werden. Ärger droht aber mit den Fans, die sich an eine Kolumne erinnern.

Bielefeld - Lothar Matthäus, Günter Eichberg, Rudi Assauer:

Bei Bundesligaabsteiger Arminia Bielefeld werden derzeit schillernde Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit gehandelt, die den Klub aus Ostwestfalen zurück in die Erstklassigkeit und damit auch ins Rampenlicht führen sollen.

Vor allem mit dem Gerücht über eine angedachte Verpflichtung des deutschen Rekordnationalspieles Matthäus als neuen Coach und Nachfolger von Michael Frontzeck wurde im engeren Umfeld der Arminia zu Wochenbeginn wieder viel Staub aufgewirbelt. (Chaos in Bielefeld)

"Wir stehen mit einigen Kandidaten im Kontakt. Namen kommentiere ich aber grundsätzlich nicht. Fakt ist aber, dass der Name Matthäus über die Medien an mich herangetragen wurde", sagte Bielefelds Sportlicher Geschäftsführer Detlev Dammeier.

Matthäus unbeliebt?

Nicht nur Dammeier, sondern vor allem den Bielefelder Fans wird aber noch eine Aussage von Matthäus in den Ohren klingen, die er in seiner "Sport-Bild"-Kolumne geäußert hatte.

"Cottbus und Bielefeld müssen absteigen", hatte der 48-Jährige dort vergangene Saison geschrieben und damit den Zorn des damaligen Arminia-Trainers Michael Frontzeck auf sich gezogen.

Nicht von ungefähr formiert sich bereits Widerstand.

"Ich glaube nicht, dass Lothar Matthäus der richtige Trainer für Arminia Bielefeld ist. Ich halte ihn für einen guten Sportler, aber trainingsmäßig traue ich ihm nach seinen bisherigen Stationen nicht zu, Arminia Bielefeld nach vorn zu bringen", sagte Thomas Lauritzen, Sprecher der in Bielefeld ansässigen Bauzulieferer Schüco und Kandidat für den Arminen-Vorstand, der Tageszeitung "Die Welt".

Kein Dementi von Oetker und Co.

Angeblich wollen sich zehn bis zwölf Firmen bei der Arminia engagieren und ein tragfähiges Konzept für die Zukunft erarbeiten, in das der Trainer sich einfügen muss.

"Denkbar ist, dass wir einem Trainer zuerst nur einen Vertrag über ein Jahr geben", sagte Lauritzen.

Dass Bielefelder Wirtschaftsgrößen wie August Oetker (Lebensmittel), Gerry Weber (Damenmode) und Dirk U. Hindrichs (Schüco) die Finanzierung des Weltmeisters von 1990 übernehmen wollen, wie die "Bild" erfahren haben will, wurde ebenfalls weder bestätigt noch dementiert.

Kentsch vor der Ablösung?

Die Wirtschaftsbosse haben nach Angabe des Blattes zur Bedingung gemacht, dass es bei der Jahresversammlung am 22. Juni zur kompletten Erneuerung der noch amtierenden Führungsriege kommt.

Danach sieht es derzeit ganz stark aus, denn am kommenden Montag wird unter anderem Klubpräsident Hans-Hermann Schwick sein Amt zur Verfügung stellen.

Auch Finanzgeschäftsführer Roland Kentsch steht wohl vor den Ablösung.

Assauer als Berater

Der frühere Schalker "Sonnenkönig" Eichberg hat bereits Interesse auf die Nachfolge von Schwick bekundet.

"Ich kann mir eine Präsidentschaft bei der Arminia sehr gut vorstellen", sagte der 63-Jährige.

Als Berater will er den langjährigen 04-Manager Assauer mit ins Boot holen.

Ungarn, Düsseldorf oder Bielefeld?

Inwieweit Matthäus, der derzeit seinen Urlaub in Dubai genießt, in den Planungen dann eine Rolle spielt, ist völlig unklar.

"Mein Gehalt ist nicht so entscheidend. Wenn Geld da ist, sollte es lieber in die Mannschaft investiert werden, um die gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen", sagte Matthäus der "Bild".

Der 150-malige Nationalspieler, der seinen Vertrag beim israelischen Erstligisten Maccabi Netanya zum Ende der vergangenen Saison aufgelöst hatte, war zuletzt auch immer wieder mal mit Zweitlig-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf in Verbindung gebracht worden.

Auch Slomka ein Kandidat?

Ob Matthäus, der zurzeit auch mit dem ungarischen Erstligisten Fehervar verhandelt, tatsächlich seine erste Trainerstelle in Deutschland antreten wird, steht weiterhin in den Sternen.

Nach wie vor sollen unter anderem Mirko Slomka und auch der zuletzt bei Augsburg unter Vertrag stehende Holger Fach auf der Alm diskutiert werden.

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