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Marco Kurz (M.) ist laut Stefan Kuntz (r.) keineswegs eine Ersatzlösung © imago

Nach seinem Amtsantritt muss der neue Trainer den Ball in Lautern flach halten. Der Etat ist klein - eine bekannte Situation.

Kaiserslautern - Kaum Geld, große Erwartungen, explosives Umfeld - das Engagement als Trainer beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern muss Marco Kurz wie ein Deja-vu vorkommen.

Die Parole, die der Ex-Coach von 1860 München am Freitag bei seiner Vorstellung auf dem Betzenberg ausgab, hätte er jedenfalls auch beim Saisonauftakt seines Ex-Arbeitgebers verbreiten können.

"Kaiserslautern ist ein Verein, der sich nach wie vor in der Konsolidierung befindet und keine große Sprünge machen kann. Die Erwartungshaltung ist natürlich hoch. Unser Ziel ist es, ehrlichen Fußball anzubieten", sagte der 40-Jährige.

13. Trainer in neun Jahren

Kurz war Ende Februar bei den "Löwen" entlassen worden und hat nun einen Zweijahresvertrag bei den "Roten Teufeln" unterschrieben.

Er ist bereits der 13. Coach des viermaligen deutschen Meisters seit der Trennung von Otto Rehhagel im Jahr 2000.

Die Einigung mit dem Ex-Profi, der 300 Bundesligaspiele absolviert hat, beendete beim Traditionsklub eine von Absagen geprägte Trainersuche.

Kurz, der bislang für den SC Pfullendorf und die "Sechziger" als Cheftrainer gearbeitet hat, wird am Montag mit einem Fitnesstest der Mannschaft ins Training einsteigen.

Kurz ist die erste Wahl

Wer im Trainerteam von Kurz arbeiten wird, will der gebürtige Stuttgarter, der sich selbst als "authentisch, sehr zielstrebig und sehr erfolgsorientiert" charakterisierte, nach Gesprächen mit dem Klubführung am Wochenende entscheiden.

"Wir haben einen Fußball-Lehrer, einen Pädagogen, einen Repräsentanten für den Verein und einen Teamplayer gesucht. Das war die Gesprächs-Grundlage", sagte FCK-Vorstandsboss Stefan Kuntz.

Er war sichtlich darum bemüht, Kurz nicht mit dem Rucksack des Ersatzkandidaten in die Saison gehen zu lassen: "Er ist nicht die zweite, dritte oder vierte Lösung."

Problematische Trainersuche

Vor der Verpflichtung von Kurz hatte sich die sechs Wochen dauernde Suche nach einem Nachfolger für Milan Sasic, der Anfang Mai nach Querelen mit Kuntz und der Mannschaft entlassen wurde, allerdings als problematisch erwiesen.

Franco Foda, mit dem Kuntz 1990 den DFB-Pokal gewonnen hatte, sagte ab.

DFB-Trainer Heiko Herrlich hatte zwar Interesse gezeigt, sich aber dem Veto von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer beugen müssen.

"Marco war darüber informiert, dass wir mit Franco und Heiko Kontakt hatten", sagte Kuntz.

Mit unterdurchschnittlichem Etat in die Saison

Der 46-Jährige will den chronisch klammen FCK mit einem unterdurchschnittlichen Zweitliga-Etat von acht Millionen Euro in die neue Saison will: "Bei der Suche nach einem Trainer spielte der finanzielle Rahmen - wie immer bei uns - natürlich auch eine Rolle."

Nach dem Abschluss der Trainersuche will Kuntz jetzt seinen Fokus auf die Verpflichtung neuer Spieler legen.

"Wir gehen nun mit Hochdruck daran, die notwendigen Verstärkungen zu bekommen", meinte der Klubchef, für den die von den Fans herbeigesehnte Rückkehr in die Bundesliga kein Thema ist.

"Wir wollen keine unnötigen Hoffnungen wecken. Wenn sich unsere Transferwünsche umsetzen lassen, dann wollen wir uns wieder zwischen dem dritten und siebten Platz stabilisieren", sagte Kuntz: "Wir hoffen, dass wir in naher Zukunft einmal vor der Saison das Ziel ausgeben können, aufsteigen zu wollen. Dafür müssen wir aber noch ein bisschen arbeiten."

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