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Spielmacher Berkant Göktan erzielte von 2006 bis 2008 20 Tore für 1860 München © imago

Die "Löwen" wollen den Stürmer zurückholen. Doch der winkt ab: "Das ist kein Thema für mich. Es gibt Wichtigeres", sagt er.

Von Nikolai Kube

München - Der "Löwen"-Präsident brachte den Stein ins Rollen.

Zu einem möglichen Comeback von Kokain-Sünder Berkant Göktan sagte Rainer Beeck der Münchner "Abendzeitung":

"Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jeder eine zweite Chance verdient."

Und nun sieht es tatsächlich so aus, als könne der Türke bald wieder das Trikot der Blauen überstreifen.

Noch vor knapp neun Monaten war er wegen Kokainkonsums fristlos entlassen worden.

20 Tore in 37 Spielen

Doch nun kann sich auch Ewald Lienen eine Rückkehr des 28-Jährigen vorstellen:

"Die Tür ist offen für ihn ? und das weiß er auch", sagte der "Löwen"-Coach.

Dass ein Göktan in Topform den Sechzigern gut zu Gesicht stehen würde, ist unbestritten.

Der Stürmer erzielte in seiner Zeit von 2006 bis 2008 in 37 Zweitliga-Spielen 20 Tore für 1860 und dribbelte sich in die Herzen vieler "Löwen"-Fans.

Nicht stark genug für ein Comeback?

Doch ob der einstige Publikumsliebling bald bei den Münchnern vor der Tür stehen wird, scheint fraglich.

Göktan ist nach einer Asienreise erst vor kurzem wieder in die bayerische Landeshauptstadt zurückgekehrt.

Laut "AZ" fühlt sich der Stürmer jedoch noch nicht gefestigt und stark genug, um den Münchnern sofort helfen zu können.

"Es gibt Wichtigeres"

Göktan wirke müde. "Es gibt Wichtigeres als Fußball", sagt er, "mir geht es gerade gut, aber 1860 ist derzeit kein Thema für mich."

Eine klare Absage an die "Löwen" - vorerst.

Auch seine ehemaligen Teamkollegen stehen einer Rückkehr eher skeptisch gegenüber:

"Er ist ein großer Fußballer. Allerdings ist es nicht damit getan, ihm einfach eine zweite Chance zu geben. Es gibt gewisse Regeln im Fußball und die hat er mehrmals mit Füßen getreten", sagte Kapitän Benny Lauth.

Und der Rauswurf beim Meister von 1966 erfolgte im Vorjahr mit einem Paukenschlag.

Der damalige Manager Stefan Reuter hatte gar angekündigt, Göktan werde nie wieder für den Meister von 1966 auflaufen.

Mansiz will sich empfehlen

Sicher im Bus nach St. Johann im Salzburger Land wird am Montag bei der Abreise ins Trainingslager hingegen Göktans Landsmann Ilhan Mansiz sitzen.

Der ehemalige türkische Nationalspieler will bei den Münchnern einen letzten Anlauf starten, seine weitestgehend verkorkste Karriere zu retten.

Der 33-Jährige dankte dem Trainer. "Ich bin froh, dass mich Herr Lienen hier trainieren lässt."

Fahrer im "Quiz Taxi"

Mansiz versucht sich derzeit beim Zweitligisten für die kommende Saison zu empfehlen. Zuletzt war der WM-Held von 2002 vier Jahre lang nicht mehr auf dem Platz gestanden.

Er plagte sich mit zig Verletzungen und erlangte unter anderem als TV-Moderator beim türkischen "Quiz Taxi" ("Para Taksi") Popularität.

In der Saison 2001/02 wurde er bei Besiktas Istanbul Torschützenkönig.

Bei der WM 2002 in Japan und Südkorea gelangen ihm drei Tore. Doch anschließend verschwand Mansiz in der Versenkung.

Er wechselte aus finanziellen Gründen nach Japan, heuerte dann bei der Hertha an. Nach einem enttäuschenden Jahr verließ er die Berliner genauso schnell wieder, wie er gekommen war.

Zusammen mit Göktan auf Torejagd

Nun wagt Mansiz bei den Münchnern einen Neuanfang:

In den ersten Testspielen machte er mit drei Treffern auf sich aufmerksam.

Nun scheint nicht ausgeschlossen, dass Mansiz einen Vertrag bei den Sechzigern erhält. "Wir werden ihn noch einige Wochen hierbehalten und beobachten", berichtete Lienen.

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