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Helfer montieren ein Tor im neuen Stadion an der "Alten Försterei" © getty

Nach dem einzigartigen Umbau durch die Union-Anhänger wird die "Alte Försterei" wieder eröffnet. 2000 Helfer feiern mit.

Berlin - Das einzigartige Stadion-Projekt steht vor der Vollendung - und 2000 fleißige Helfer feiern mit.

Fast ein Jahr haben die Fans von Union Berlin auf der "geilsten Baustelle der Welt" geschwitzt und geschuftet, um die marode "Alte Försterei" in ein Schmuckkästchen zu verwandeln.

Am Mittwochabend können sie sich zurücklehnen und in Ruhe ihr Werk betrachten: Der Stadtrivale Hertha BSC kommt zur feierlichen Eröffnung.

Bis zuletzt hämmerten, bohrten, arbeiteten die Fans der "Eisernen".

Die roten Plastiksitze für die Haupttribüne wurden am Montag bis 23 Uhr angeschraubt.

Umbau rechtzeitig fertig

"Es ist ein Hammer. Diesen Fans muss man ewig dankbar sein", sagte Unions Sportdirektor Christian Beeck.

Der Ex-Profi garantierte ein rechtzeitiges Ende des Umbaus am Mittwoch.

"Wir arbeiten bis 20.29 Uhr, um 20.30 Uhr wird gespielt", sagte Beeck scherzhaft.

Kurzfristige Probleme

Auch kurzfristige Probleme konnten die Vorfreude der Union-Familie zuletzt nicht mehr trüben.

Zwei Tage vor der Premiere im Testspiel mussten große Teile des Rasens vor der Haupttribüne ausgewechselt werden.

Das Grün war zu trocken geworden, weil es nicht durchgängig bewässert werden konnte. Am Dienstag wurde der neue Rasen verlegt.

"Union-Familie baut ihr Haus"

40 bis 50 "Stadionbauer" waren es täglich, die seit dem vergangenen Sommer den finanziell klammen Klub unterstützten.

In der Endphase erhöhte sich die Anzahl der Helfer noch. Unter professioneller Aufsicht ging man ans Werk. Jung neben Alt, Arbeitsloser neben Geschäftsführer.

"Die große Union-Familie baut sich ihr Haus", sagte Christel Andres, die sich um die Verpflegung der Bauarbeiter kümmerte.

Selbst der tiefste Winter konnte die Fans nicht aufhalten.

Urlaub geopfert

In den Medien war die "geilste Baustelle der Welt" ein Dauerthema, fanden sich doch sonderbare Geschichten.

Einige Fans opferten ihren gesamten Jahresurlaub für den Kult-Klub.

Anhänger aus Brasilien nutzten ihren Heimataufenthalt, um auf der Baustelle im Stadtteil Köpenick dabei zu sein. Zum Lohn erhalten alle nun gegen Hertha freien Eintritt.

Mit 29.000 Zuschauern wird die Arena wie beim Spiel gegen Bayern München am 26. August ausverkauft sein.

Endlich raus aus Jahnsportpark

Ohne die Baumaßnahmen, u.a. eine Überdachung, die Sanierung der Sitzplatztribüne und der Einbau einer Rasenheizung, hätte Union die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erteilten Auflagen nicht erfüllen können.

Mit Hilfe der Fans hat der Verein rund 2,5 Millionen Euro gespart.

Doch viel wichtiger für Union ist, dass der Klub nicht mehr - wie in der vergangenen Saison - im verhassten Jahnsportpark spielen muss.

Das Stadion im Bezirk Prenzlauer Berg war einst die Spielstätte von Dynamo Berlin, dem großen Rivalen zu DDR-Zeiten.

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