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Marco Kurz war von 2007 bis 2009 Trainer beim TSV 1860 München © imago

Im Sport1.de-Interview berichtet Marco Kurz über sein Verhältnis zu Stefan Kuntz und den bisherigen Verlauf der Vorbereitung.

Von Nikolai Kube

München - Sein erste größere Trainerstation waren die Münchner "Löwen". Doch nach nur 18 Siegen in 63 Partien wurde Marco Kurz im Februar 2009 bei 1860 München entlassen.

Vor allem die geringen finanziellen Möglichkeiten schränkten den 40-Jährigen in seiner Arbeit ein.

Im Juni, knapp vier Monate später, unterschrieb Kurz nun für zwei Jahre beim 1. FC Kaiserslautern. Der gebürtige Stuttgarter soll die "Roten Teufel" zurück in die Bundesliga führen - allerdings sind auch beim FCK die Kassen leer.

Im Sport1.de-Interview berichtet der Coach über sein Verhältnis zum Vorstandsvorsitzenden Stefan Kuntz und den bisherigen Verlauf der Vorbereitung. Über die Rückkehr eines Langzeitverletzten ist er froh.

Sport1.de: Herr Kurz, Sie sind neuer Trainer beim 1. FC Kaiserslautern. Was hat den Ausschlag gegeben, dass Sie beim FCK unterschrieben haben?

Marco Kurz: Der FCK ist noch immer eine sehr gute Adresse und mich hat das Konzept, welches mir Stefan Kuntz vorgestellt hat, sofort zugesagt. Ich bin aus voller Überzeugung nach Lautern gekommen und will helfen, die Ziele des Clubs zu erreichen. Der FCK gehört in die Bundesliga und da wollen wir alsbald auch wieder hin.

Sport1.de: Hat es Ihnen etwas ausgemacht, dass Sie bei Stefan Kuntz in Sachen Trainersuche nicht erste Wahl waren?

Kurz: Ich war von Anfang an darüber informiert, dass der Verein auch mit anderen Kandidaten gesprochen hat. Es ist also weniger eine Frage von erster oder zweiter Wahl, sondern davon, ob man sich mit einer bestimmten Philosophie nachhaltig identifizieren kann und bereit für die Aufgabe ist.

Sport1.de: Also stimmt auch die Chemie zwischen Ihnen?

Kurz: Stefan Kuntz und ich harmonieren in den ersten Wochen sehr gut. Wir tauschen uns auf kurzen Wegen aus. Grundlegend glaube ich, dass ich hier in ein sehr intaktes und homogenes Umfeld gekommen bin. Das Team Vereinsführung und Geschäftsstelle ist eingespielt und wir wollen natürlich versuchen, die Mannschaft ähnlich zu strukturieren. Wie enorm die Identifikation der Menschen mit dem FCK ist spürt man erst, wenn man richtig hier ist. Ich kenne ähnliches von Dortmund oder Schalke und wir wollen ein Verein zu Anfassen sein, worauf ich meine Spieler auch immer hinweise. Es ist keine Selbstverständlichkeit, wenn die Fans mit soviel Herzblut dabei sind.

Sport1.de: Sie sind jetzt ein paar Wochen im Amt. Ist der Übergang von den "Löwen" zu den "Roten Teufeln" leicht gefallen?

Kurz: Ich war viele Jahre als Spieler und später als Trainer bei 1860. Natürlich prägt eine solche Zeit, aber ich bin jetzt mit vollem Herzen bei der Arbeit auf dem "Betze" und freue mich auf den Saisonstart.

Sport1.de: Wie ist die Vorbereitung denn bisher verlaufen? Sind Sie zufrieden?

Kurz: Die Spieler arbeiten sehr gut und ziehen beim sehr intensiven Programm mit. Wir haben sicherlich noch einen langen Weg vor uns, aber es sind von Tag zu Tag große Fortschritte zu sehen.

Sport1.de: Was sind Ihre Ziele diese Saison mit dem FCK?

Kurz: Ich denke, die Mannschaft hat in der zurückliegenden Saison Blut geleckt. Wir haben zwar in der Vorbereitung einige Schwierigkeiten mit den Langzeitverletzten, aber das ist gleichzeitig auch eine Chance für die anderen Spieler, sich in den Vordergrund zu spielen. Die Qualität in der Breite ist noch nicht optimal, aber wir wollen daran anknüpfen, was den FCK im letzten Jahr ausgemacht hat und da hat die Mannschaft über die gesamte Spielzeit eine sehr gute Rolle gespielt.

Sport1.de: Mit Sippel und Robles haben Sie auf der Torhüterposition die Qual der Wahl. Haben Sie schon eine Präferenz?

Kurz: Luis Robles kehrt erst Ende Juli von der amerikanischen Nationalelf zurück, also kann ich ihn bisher nur sehr eingeschränkt beurteilen. Es wird also erst kurz vor Saisonstart eine Entscheidung fallen.

Sport1.de: Kapitän Axel Bellinghausen hat den Verein in Richtung Augsburg verlassen. Ist der Abgang der Identifikationsfigur ein herber Verlust?

Kurz: Wir brauchen mehr als nur einen Spieler, der Verantwortung übernehmen kann. Außerdem befasse ich mich nicht mit Spielern die ich nicht zur Verfügung habe, sondern nur mit denen, die mir zur Verfügung stehen.

Sport1.de: Wer kann seine Rolle übernehmen? Haben Sie schon einen Kandidaten für den Kapitänsposten?

Kurz: Auch die Kapitänsposition wird erst kurz vor Saisonstart vergeben.

Sport1.de: Mathias Abel kehrt nach einer langen Verletzung? Welchen Stellenwert hat er bei Ihnen?

Kurz: Matze merkt man seine große Erfahrung sofort an und ich bin froh, ihn wieder bei der Mannschaft zu haben. Aber er hat lange gefehlt und natürlich kann er noch nicht so weit sein. Wir machen ihm da keinen Druck, sondern sind froh, dass er beschwerdefrei trainieren kann und sich heranarbeitet.

Sport1.de: Mit Mandjeck, Ilicevic, Schulz, Buchner und Pavlovic haben Sie fünf Spieler verpflichtet. Welches Potential haben diese Leute? Sind es Startelf-Kandidaten?

Kurz: Mit Schulz und Mandjeck haben wir zweikampfstarke Spieler im Mittelfeld hinzugewonnen. George ist zudem sehr vielseitig einsetzbar und bringt eine große technische Qualität mit. Ivo Ilicevic kann im offensiven Mittelfeld überall spielen und ist zudem sehr torgefährlich. Christoph Buchner ist ein talentierter Abwehrspieler und Daniel Pavlovic hat nicht zuletzt im Testspiel gegen uns gezeigt, was in ihm steckt. Er schließt unsere Lücke auf der linken Abwehrseite und soll Druck auf Alexander Bugera ausüben.

Sport1.de: Werden noch weitere Neuzugänge folgen oder sind die Personalplanungen bereits abgeschlossen?

Kurz: Wir suchen noch nach einem Spieler für eine offensive Position, werden aber sicherlich nichts überstürzen.

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