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Andre Schubert (r.) kam 2006 als Leiter der Jugendabteilung zum SC Paderborn 07 © imago

Im Sport1.de-Interview berichtet Paderborn-Coach Andre Schubert über seinen Führungsstil, die Saisonziele und die Vorbereitung.

Von Nikolai Kube

München - Nach nur einem Jahr Drittklassigkeit kehrte der SC Paderborn durch zwei 1:0-Siege in den Aufstiegsrelegationsspielen gegen den VfL Osnabrück zurück in die Zweite Bundesliga.

An der Seitenlinie stand mit Andre Schubert ein Mann, der das Team erst kurz vor dem 37. Spieltag übernommen hatte. Pavel Dotchev war entlassen worden.

Schubert war ursprünglich Sportlicher Leiter in Paderborn: "Ich wollte die strukturellen Bedingungen wie die Jugendförderung und die Trainingsbedingungen verbessern" sagte der 34-Jährige zu Sport1.de.

Doch als der Verein seine Hilfe benötigte, sprang Schubert zunächst als Interimstrainer ein. Seit Juni arbeitet er nun in einer Doppelfunktion - als Cheftrainer und Sportlicher Leiter.

Im Sport1.de-Interview berichtet Schubert unter anderem über die Saisonziele und den Verlauf der Vorbereitung. Als autoritären Trainer sieht er sich nicht.

Sport1.de: Herr Schubert, Sie sind vergangene Saison mit dem SC Paderborn im Relegationsspiel gegen den VfL Osnabrück aufgestiegen. Was bedeutet der Aufstieg für den Verein, kann sich Paderborn nun in der Zweiten Liga etablieren?

Andre Schubert: Das ist in der Regel das Ziel eines jeden Aufsteigers, und es muss auch zunächst unser Ziel sein. Die Voraussetzungen sind gut, auch aufgrund des neuen Stadions. Dadurch haben sich die Rahmenbedingungen in Paderborn deutlich verbessert. Wir wollen uns langfristig in der Zweiten Liga etablieren.

Sport1.de: Mit dem DFB-Pokal-Spiel gegen 1860 München (Sa., ab 15.15 Uhr LIVE) beginnt die Pflichtspielsaison. Sind Sie mit dem Verlauf der Vorbereitung zufrieden?

Schubert: Es ist bisher optimal gelaufen, wir sind absolut im Soll. Alles, was wir uns vorgenommen haben, konnten wir umsetzen. Auch von größeren Verletzungen sind wir verschont geblieben. Einige Spieler, die sich kleinere Blessuren zugezogen haben, wie zum Beispiel Toni Wachsmuth und Florian Mohr, sind zügig wieder eingestiegen.

Sport1.de: Sind die Personalplanungen bereits abgeschlossen?

Schubert: Fußball ein unheimlich schnelllebiges Geschäft. Es kann jeden Tag etwas passieren. Wir beobachten den Markt, können aber auch mit diesem Kader ohne Weiteres in die Saison gehen. Zudem sind auch Abgänge nicht auszuschließen.

Sport1.de: Wer macht von Ihren bisherigen Neuzugängen den besten Eindruck im Training?

Schubert: Da kann ich keine Reihenfolge erstellen. Ich bin mit allen zufrieden, sie bestätigen bislang das, was wir von Ihnen erwartet haben. Zudem kann man die Neuzugänge auch nicht direkt miteinander vergleichen. So hat zum Beispiel Philipp Heithölter vergangene Saison für Rot Weiss Ahlen 26 Spiele von Beginn an bestritten, Nejmeddin Daghfous stößt als talentierter Spieler mit viel Potenzial in den Kader. Die zwei gehen mit verschiedenen Voraussetzungen in die Saison, alle müssen sich jedoch dem Konkurrenzkampf stellen, in dem sich dann jeder durchsetzen muss.

Sport1.de: Spielt der SC Paderborn von Beginn an gegen den Abstieg oder ist doch etwas mehr drin?

Schubert: Unser erstes Ziel ist definitiv der Klassenerhalt. In den letzten Jahren hat man gesehen, dass viele Teams lange in den Abstiegskampf involviert waren und es richtig eng war. Wir werden eines von diesen Teams sein, dass lange um eine gute Platzierung kämpfen muss. Umso glücklicher wären wir, wenn wir frühzeitig die notwendige Punktzahl für den Klassenerhalt schaffen würden.

Sport1.de: Wie stark schätzen Sie die Mitaufsteiger Union Berlin und Düsseldorf ein?

Schubert: Union hat eine unglaublich abwehrstarke Mannschaft. Berlin war das Bollwerk der Liga. Es war nicht leicht, dieses zu überwinden. Nun verfügt Union mit einem neuen Sponsor über andere finanzielle Mittel. Die Fortuna ist ein Traditionsverein mit einem Riesenumfeld und einem super Stadion. Langfristig wird Düsseldorf andere Planungen haben, als sich in der Zweiten Liga zu etablieren.

Sport1.de: Wie sehen Sie diese Teams im Vergleich zum SCP?

Schubert: Ich sehe meine Mannschaft nicht im Nachteil. Wir waren vergangene Saison eines der spielstärksten Teams der Liga. Jetzt müssen wir uns an das neue Spieltempo gewöhnen, zweikampfstärker werden. Dann müssen wir uns mit Sicherheit nicht vor den beiden anderen Aufsteigern verstecken.

Sport1.de: Anfangs waren Sie Sportlicher Leiter in Paderborn. Mittlerweile haben Sie auch noch das Trainer-Amt übernommen. Was hat Sie dazu bewogen?

Schubert: Als der Verein Pavel Dotchev beurlaubt hat, ist man auf mich zugekommen. Ich habe mich bereiterklärt, es übergangsweise zu machen, bis ein neuer Trainer gefunden ist. Dann sind wir in den Relegationsspielen aufgestiegen, es ist alles optimal gelaufen. Anschließend hat der Verein vorgeschlagen, dass ich sowohl als Sportlicher Leiter als auch Trainer arbeiten könnte. Für dieses Vertrauen bin ich dem Verein sehr dankbar. Ich werde alles tun, um es zu rechtfertigen. Ich bin bereits drei Jahre beim SC Paderborn 07, der Verein kennt mich also und hat sich nicht auf ein Abenteuer eingelassen.

Sport1.de: Sie sind öffentlich als Trainer noch nicht so bekannt. Was für eine Art Coach sind Sie, eher der autoritäre oder der Kumpeltyp?

Schubert: Ich lege sehr viel Wert auf Ordnung und Disziplin, allerdings alles in einem gewissen Rahmen. Die Spieler müssen sich wohlfühlen. Eine Mannschaft muss funktionieren. Jeder darf seine Individualität einbringen, vorausgesetzt, er gefährdet nicht das Gesamte. Autoritär ist jedoch eher das falsche Wort. Ich würde es konsequent nennen.

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