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Ewald Lienen löste im Mai Uwe Wolf als Cheftrainer der "Löwen" ab © getty

Trainer Ewald Lienen hat den "Löwen" einen neuen Anstrich verpasst: Mit Routine peilt er den Aufstieg in die Bundesliga an.

München - Alte Hasen statt junge Hüpfer, internationale Erfahrung statt bayerischer Jugendwahn: Der TSV 1860 München strebt mit umgekehrten Vorzeichen die Rückkehr ins Oberhaus an.

Weil die fast durchweg jugendlichen Löwen in den vergangenen Jahren zwar reichlich Lob und viele Ablöse-Millionen, aber keinen sportlichen Erfolg ernteten, hat Trainer Ewald Lienen den Blauen einen neuen Anstrich verpasst.

Routine heißt das neue Zauberwort. "Die Mischung muss stimmen. Talente sind zwar wichtig, aber wir brauchen auch Erfahrung", sagt Sechzig-Sportdirektor Miroslav Stevic über die Kehrtwende.

Fünftjüngster Kader der Liga

Mit Sven Bender, Julian Baumgartlinger, Fabian Johnson, Christoph Burkhard, Michael Schick sowie Nicolas Ledgerwood haben die Löwen sechs Spieler weggeschickt, die allesamt bereits in der U 19 des Vereins spielten und von denen keiner älter als 24 ist.

Zwar kamen mit dem Serben Alexander Ignjowski (18) und den aus der eigenen Nachwuchsabteilung aufgerückten Peniel Mlapa (18), Tarik Camdal (18) und Sandro Kaiser (19) vier Talente hinzu.

Und die Löwen haben weiterhin den fünftjüngsten Kader der Liga.

Stevic will von "Inter 1860" nichts hören

Für die Startelf wurden aber mit Gabor Kiraly (33), Charilaos Pappas (26), Ardijan Djokaj (30), Radhouene Felhi (25), Antonio Rukavina (25) und Florin Lovin (27) neben Alexander Ludwig (25) fast durchweg erfahrenere Kräfte mit internationaler Prägung rekrutiert.

Die "Bild" registrierte bereits besorgt die Metamorphose der "deutschen Löwen" in "Inter 1860", doch Stevic will davon nichts hören.

"Das sind erfahrene und auch gute Spieler", sagt er über die Neuen.

"Nach bayerischem Rezept kochen"

Dass neben Routine internationales Flair in den - im Kontrast zum kosmopolitischen FC Bayern - "bayerischen" Münchner Klub kommt, sieht Stevic auch nicht so eng.

"Wir werden immer nach bayerischem Rezept kochen - egal, wo wir uns die Zutaten besorgen", sagt er.

Stevic gibt zu, dass Erfahrung bei der Kader-Zusammenstellung eine Rolle spielte, betont aber auch:

Stürmer wird noch gesucht

"Es muss unsere Philosophie sein, junge Spieler zu integrieren, zu entwickeln und dann für viel Geld zu verkaufen."

Allerdings müsse parallel der sportliche Erfolg gegeben sein. Und der sei eben von den Spielern etwas leichter zu erreichen, die aufgrund vergangener Erfolge wissen wie's geht.

Deshalb suchen die Löwen auch noch einen Stürmer, der weiß, wo das Tor steht.

Aufstieg als "selbstverständliches" Ziel

Auf der Bank sitzt in Trainer Lienen, der den im Profibereich wenig erfahrenen Uwe Wolf beerbte, schon ein erprobter Fahrensmann.

Und der 55-Jährige bringt eine weitere Qualität mit, die in seiner internationalen Truppe gefragt ist: Er spricht Spanisch, Griechisch, Englisch, Französisch und Latein.

Und Lienen hat die Zielsetzung verinnerlicht. "Dass wir aufsteigen wollen, ist selbstverständlich", sagt er.

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