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Stefan Kuntz (l.) umarmt seinen Cheftrainer Milan Sasic © getty

Kaiserslauterns Vorstandsboss Stefan Kuntz über günstige Transfers und Irritationen im Verhältnis zur Mainzer Konkurrenz.

Von Christian Stüwe

München - Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews spricht Stefan Kuntz über kostengünstige Transferpolitik und sein gutes Verhältnis zu Hoffenheim-Gönner Dietmar Hopp.

"Die Hoffenheimer haben sich als sehr faire Verhandlungspartner bei zwei Transfers erwiesen und sind uns entgegengekommen", sagt er.

Außerdem erklärt er, warum der FCK kein Fan-Problem hat und es für Saisonprognosen noch zu früh ist.

Sport1: Ein Freundschaftsspiel gegen den Karlsruher SC musste unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen, ein Testspiel gegen Eintracht Frankfurt im Sommer ganz abgesagt werden. Hat der FCK ein Fanproblem?

Kuntz: Nein. Null. Das hat mit unseren Fans nichts zu tun. Das sind natürlich frühere Derbys und es gab im Internet Verabredungen gewaltbereiter Fans. Die Leidtragenden sind die etwas kleineren Vereine, bei denen wir spielen wollten. Und natürlich die Zuschauer, denen wir uns aus nächster Nähe präsentieren wollten. Da hat die Polizei Sicherheitsbedenken gehabt.

Sport1: Zehn neue Spieler sind gekommen, ist wieder mehr Geld für Verpflichtungen da?

Kuntz: Der Etat ist nicht angestiegen, wir haben ihn sogar reduziert. Man darf nicht vergessen, dass wir uns von zehn Spielern getrennt haben. Von daher gab es in der Gehaltsstruktur Freiheiten. Die Verhandlungen, was Ablösesummen angeht, haben wir so hinbekommen, dass wir uns im Rahmen unserer Lizenzierungsauflagen bewegen.

Sport1: Zuletzt sind Dragan Paljic und Kai Hesse aus Hoffenheim gekommen. Bahnt sich da vielleicht doch noch eine Zusammenarbeit an?

Kuntz: Hoffenheim war unser letzter Testspielgegner. Auch die Hoffenheimer fanden, dass es eine gute Idee war, unseren Zuschauern dies gratis zu ermöglichen. Das war natürlich schon ein Entgegenkommen. Jetzt haben sie sich als sehr faire Verhandlungspartner bei den beiden Transfers erwiesen und sind uns auch entgegengekommen. Ich schätze Dietmar Hopp extrem. Ich habe ihn in anderer Funktion schon vorher kennengelernt. Ich kann nur sagen, Hut ab vor jemanden, der so etwas tut. Und Glückwunsch an jeden Verein, der so einen Gönner hat.

Sport1: Nicht zu allen Vereinen aus der Region scheint der Kontakt so gut zu sein. Zuletzt wurden Spitzen mit Mainz 05 wegen der Stadionmiete ausgetauscht, in der vergangenen Saison gab es Kritik aus Koblenz. Warum wird immer gegen den FCK geschossen?

Kuntz: Der Mainzer Präsident Harald Strutz hat sich für seine Äußerungen offiziell bei uns entschuldigt. Auch mit Manager Christian Heidel ist das mittlerweile ausgeräumt. Mit Koblenz gibt es keine Probleme, ich stehe in engem Kontakt mit dem Aufsichtsratvorsitzenden Walterpeter Twer. Wir sind uns einig, dass wir letztlich nur zusammen Erfolg für Rheinland-Pfalz haben können. Vielleicht ist da auch ein bisschen Angst dabei, weil man sieht, dass der FCK wieder ein ernstzunehmender Partner in der Zweiten Liga ist.

Sport1: Wo steht der FCK am Ende der Saison?

Kuntz: Da ich mich ebenfalls dem Motto verschrieben habe, nur von Spieltag zu Spieltag zu denken, können Sie mich das frühesten nach dem 30. Spieltag fragen.

Sport1: Und wo ist der FCK in fünf Jahren?

Kuntz: Mittelfristig möchten und müssen wir wieder in die Erste Liga.

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews

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