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Daniel Bierofka erzielte gegen den MSV Duisburg seinen 2. Saisontreffer © getty

Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 47 Jahren und dem Absturz auf Platz 18 haben die Münchner "Löwen" die Reißleine gezogen.

München - 1860 München hat seinen Trainer Marco Kurz mit dem ersten Sieg in der 2. Bundesliga seit fünf Monaten etwas aus der Schusslinie genommen.

Nach drei Niederlagen in drei Spielen zum Saisonauftakt bezwangen die Löwen den MSV Duisburg 2:0 (1:0) und verließen damit die Abstiegsränge.

Daniel Bierofka (29.) mit seinem zweiten Saisontor und Timo Gebhart (71.) bescherten den Münchnern den ersten Dreier seit dem 17. April. Damals hatte die Kurz-Truppe den SV Wehen Wiesbaden 2:1 bezwungen.

Ein Sieg für den Trainer

"Wir haben uns den Sieg durch Kampf und Leidenschaft verdient. Es war spielerisch nicht überzeugend, aber es war ein Sieg der Moral", sagte Kapitän Bierofka.

"Das ganze Spiel war eine Energieleistung. Die Mannschaft wollte den Sieg. Ich bin stolz auf die Truppe", freute sich Kurz.

"Es war auch ein Sieg für den Trainer, auch wenn es sich anhört wie eine Floskel", betonte Bierofka: "Wir arbeiten sehr gut mit ihm zusammen."

Bommer unzufrieden: "Zu wenig getan"

Für die Gäste, die als einer der Haupt-Aufstiegskandidaten in die Saison gestartet waren, war es die erste Saisonniederlage.

"Wir hatten uns vorgenommen, uns in der Tabelle oben festzusetzen", meinte Trainer Rudi Bommer. "Das ist uns nicht gelungen, weil 1860 uns in der zweiten Halbzeit den Schneid abgekauft hat. Wir waren viel zu weit weg von den Gegenspielern", kritisierte Bommer.

"Heute hat vieles gefehlt. Wir müssen das knallhart analysieren", ergänzte Kapitän Ivica Grlic.

Gekämpft wie die Löwen

Der katastrophale Saisonstart der Hausherren hatte Wirkung gezeigt: Nur 18.500 Zuschauer wollten die Löwen sehen - so wenige wie noch nie in der Münchner Allianz Arena.

Diejenigen, die gekommen waren, sahen die zumindest kämpferisch beste Leistung der 60er in der noch jungen Spielzeit.

Makiadi vergibt freistehend

Kapitän Bierofka gab bereits nach sechs Minuten die Richtung vor: Duisburgs Torwart Tom Starke lenkte den Schuss des Mittelfeldspielers nur mit Mühe an den Pfosten.

Danach sahen die Fans jedoch ein recht ausgeglichenes Spiel ohne große Höhepunkte. Erst Bierofkas Kopfballtreffer nach einer Flanke von Markus Thorandt brachte wieder etwas Leben ins Spiel.

Die beste Ausgleichschance für die enttäuschenden Duisburger in der ersten Hälfte vergab Cedrick Makiadi, der in der 41. Minute völlig freistehend aus kurzer Distanz über das Tor köpfte.

Entscheidung durch Gebhart

Nach dem Seitenwechsel zogen sich die Gastgeber immer weiter in die eigene Spielhälfte zurück, doch Duisburg wusste seine optische Überlegenheit nicht zu zwingenden Torchancen zu nutzen.

Die "Löwen" blieben ihrerseits über gelegentliche Konter gefährlich. Einen dieser Gegenstöße nutzte der kurz zuvor eingewechselte Gebhart zum 2:0.

Die Münchner hatten ihre besten Spieler in Abwehrchef Gregg Berhalter und Bierofka. Beim MSV erreichte allein Kapitän Ivica Grlic Normalform.

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