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St. Paulis Fabian Boll (r.) schirmt den Ball gegen Aachens Babacar Gueye ab © getty

Ein tragischer Unfall überschattet die erste Partie im neuen Tivoli. Für Sieger St. Pauli wird der klare Erfolg so nebensächlich.

Aachen - Das Debakel von Alemannia Aachen zur Einweihung des neuen Tivoli-Stadions gegen den FC St. Pauli ist von einem schlimmen Sturz eines Gäste-Fans überschattet worden.

Beim Jubel über den 5:0 (4:0)-Auswärtssieg stürzte der Anhänger nach dem Spiel von einer Brüstung sechs Meter in die Tiefe.

Der St.-Pauli-Anhänger, bei dem es sich um einen Mexikaner handeln soll, hatte nach dem Spiel beim Klettern das Gleichgewicht verloren.

Nach ersten Informationen erlitt der Mann eine schwere Kopfverletzung und musste im Stadion zunächst reanimiert werden.

Noch in der Nacht konnte sein Zustand von den Ärzten stabilisiert werden. Mögliche Sicherheitsmängel im neuen Aachener Stadion konnten nach ersten Untersuchungen als Unfallursache ausgeschlossen werden.

Polizei ermittelt

Routinemäßig ermittelt die Polizei wegen des Unfalls.

"Nach unseren bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um einen Unglücksfall. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen uns keine Hinweise auf Fremdverschulden oder Mängel an der Bausubstanz des Stadions vor", erklärte Paul Kemen, Pressesprecher der Polizei Aachen.

Tabellenführung Nebensache

"Unsere Spieler sind fix und fertig", meinte St. Paulis Sportchef Helmut Schulte.

Die Hamburger gewannen die Partie 5:0 und setzten sich damit an die Tabellenspitze. "Ich tausche die Tabellenführung gegen die Gesundheit des Menschen", so Gäste-Trainer Holger Stanislawski.

Dabei hätte der FC St. Pauli allen Grund zum Feiern gebabt.

Matchwinner Ebbers

Der ehemalige Aachener Marius Ebbers wurde zum Matchwinner und erzielte die ersten beiden Tore (24./28.).

Zudem holte er den von Florian Bruns verwandelten Foulelfmeter zum 0:4 heraus (39.). Auch Bruns spielte früher für die Alemannia.

Deniz Naki, der in der 35. Minute das 0:3 erzielte, stand im Sommer dicht vor einem Wechsel zur Alemannia. Den Endstand stellte Rouwen Hennings her (86.)

Bester Saisonstart seit neun Jahren

Während die Aachener mit nur einem Punkt 16. sind, schaffte St. Pauli den besten Saisonstart seit der Saison 2000/01.

Auch damals gewannen die Hamburger die ersten beiden Spiele und stiegen letztlich in die Bundesliga auf.

Empörung statt Euphorie

Die in nur 15 Monaten für 50 Millionen Euro erbaute Arena, die erst vor wenigen Tagen komplett fertig gestellt wurde, erwies sich wie angekündigt als steil und laut.

Die Euphorie unter den 32.960 Zuschauern schlug jedoch schnell in Empörung um.

Zunächst erwies sich Pauli-Keeper Mathias Hain als Spielverderber und parierte gegen Szilard Nemeth (13.) und Thorsten Burkhardt (16.) glänzend.

Anschließend staubte Ebbers nach einem abgewehrten Bruns-Schuss aus kurzer Distanz ab und erzielte den ersten Treffer im neuen Tivoli.

Gellendes Pfeifkonzert

Dieser schockte die Gastgeber sichtlich, die danach bis zur Pause von einer Verlegenheit in die nächste fielen und nach 20 chaotischen Minuten mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet wurden.

Auch nach dem Wechsel schienen die Beine der Alemannia-Spieler schwer.

Während bei den Gastgebern kein Spieler Normalform erreichte, ragten aus einer starken Gäste-Elf Bruns, Ebbers und Charles Takyi heraus.

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