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Rolf Dohmen lehnt Edgar Schmitt als Nachfolger von "Ede" Becker ab © getty

Für den Karlsruher Interimscoach Markus Kauczinski wird das Spiel gegen 1860 München der Start eines Ausflugs in den Profifußball..

Von Christian Stüwe

München - Markus Kauczinski ist im deutschen Profi-Fußball ein gänzlich unbeschriebenes Blatt.

Noch nie hat der 39-Jährige in einem Spiel der ersten oder zweiten Bundesliga auf der Bank gesessen, als Spieler war er auch nicht in Deutschlands beiden höchsten Spielklassen aktiv.

Nun steht Kauczinski vor seiner Feuertaufe, er wird am Montagabend beim Gastspiel des Karlsruher SC bei 1860 München (Mo., ab 20 Uhr LIVE) die Verantwortung für die Kicker aus Baden tragen.

Der Jungtrainer nimmt den Platz des entlassenen "Ede" Becker sein. Und die Vorzeichen für ein Debüt könnten in den turbulenten Tagen rund um den Wildpark wahrlich entspannter sein.

Schließlich hat der KSC einen Fehlstart hingelegt, der den Trubel um Vorstand und die Trainerentlassung erst zur Folge hatte. Nur einen Punkt fuhren die Badener in den ersten beiden Spielen ein, zuletzt verloren sie in Paderborn.

"Die Mannschaft weiß, dass sie in der Kritik steht und besser spielen muss", sagt Neu-Trainer Kauczinki: "Die Spieler haben die Zügel angezogen und sind gewillt, ihr Bestes zu geben."

Unruhige Zeiten in Karlsruhe

Ein Sieg wäre zumindest aus sportlicher Sicht ein erster Schritt in die richtige Richtung, doch von ruhigen Zeiten ist man in Karlsruhe weit entfernt.

Kauczinskis Debüt dürfte durch den Umstand nicht angenehmer werden, dass nach seinem Erbe schon intensiv gefahndet wird.

"Wir suchen einen neuen Cheftrainer, aber wir lassen uns nicht unter Druck setzen", versuchte Präsident Rolf Dohmen gegenüber der "dpa" erst gar nicht, Kauczinski Hoffnung auf einen längeren Verbleib zu geben.

"Euro-Eddy" verscherzt es sich

Rudi Bommer wird gehandelt, auch Christian Wück und Rainer Scharinger werden genannt. KSC-Legende Edgar "Euro-Eddy" Schmitt scheint hingegen kein Thema mehr zu sein.

"Im Managment müsste sich viel ändern, sonst würde ich den Job nicht annehmen", hatte Schmitt die Führung kritisiert und sich somit in die Schlange prominenter Kritiker eingereiht. Zuvor hatte er noch durchaus Interesse bekundet und den KSC zur "Herzensangelegenheit" erklärt.

Dohmen reagierte auf die Kritik mit einer harschen Absage: "Ich würde dem KSC nie jemanden antun, der sagt, er ist ein KSC-ler, und zugleich die handelnden Personen so in Misskredit bringt und der selbst noch nie erfolgreich als Trainer gearbeitet hat."

Kleine Chance für Kauczinki?

Es darf also weiter spekuliert werden, wer die heikle Aufgabe am Wildpark übernehmen wird. Und vielleicht kann Kauczinski ja doch seine kleine Chance nutzen und sich wie zuletzt etwa Michael Oenning in Nürnberg in den Vordergrund schieben.

Um sich auf der Trainerbank des KSC zu halten, muss aber unbedingt zunächst mal ein Sieg in der Allianz-Arena her.

Fehlen werden Kauczinski dabei Michael Mutzel (Adduktorenprobleme) und Kapitän Alexander Iashvili (Handbruch). Lars Stindl ist mit einer Entzündung im Bereich der Hüfte fraglich.

Bei Gegner 1860 München, mit einem Sieg und einer Niederlage gestartet, will man sich von den Turbulenzen beim KSC nicht blenden lassen.

Lienen glaubt an starken KSC

"Ich glaube nicht, dass die aktuelle Situation etwas mit der laufenden Saison oder dem tatsächlichen Spielverlauf in Paderborn zu tun hat", sagt 1860-Trainer Ewald Lienen, der die Karlsruher bei der Niederlage durchaus stark gesehen hat.

"Ich glaube eher, dass in den Aussagen nach dem Spiel und der Trennung von Ede Becker der ganze Frust der vergangenen Spielzeit Pate gestanden haben", so Lienen weiter.

Sorgen bereitet Lienen hingegen die Vorstellung seines eigenen Teams bei der Niederlage vergangene Woche in Rostock.

Lienen fordert "letzte Konsequenz"

"Gegen Karlsruhe müssen einige Spieler im Vergleich zum Rostock-Spiel ein anderes Verhalten an den Tag legen", will Lienen Wiedergutmachung für die Niederlage.

Lienen fordert von seiner Elf "mit letzter Konsequenz gegen den Ball zu arbeiten. Wenn uns das gelingt, dann können wir anfangen, Fußball zu spielen."

Es dürften also hochmotivierte "Löwen" auf die Karlsruher warten.

Noch so ein Faktor, der Kauczinskis Debüt schwierig machen dürfte.

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