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Rolf Dohmen ist seit 2002 Manager des Karlsruher SC © getty

Der Karlsruher SC feiert gegen die "Löwen" seinen ersten Saisonerfolg. Doch den Manager erzürnen die Machtspielchen im Verein.

München - Der glänzende Einstand von Übergangscoach Markus Kauczinski rückte beim Karlsruher SC völlig in den Hintergrund, als Manager Rolf Dohmen ohne Vorwarnung der Kragen platzte.

"Ich finde es unmöglich, wie sich ehemalige KSC-Spieler als Trainer ins Gespräch und das Präsidium dabei in Misskredit bringen."

"Es kann nicht sein, dass es einige Herren im Verein gibt, die auf Kosten anderer Politik machen. Das sollten sie sich mal hinter die Ohren schreiben", sagte der in die Kritik geratene Dohmen nach dem 3:1 (1:1)-Erfolg der Badener bei 1860 München.

Machtspielchen überdecken ersten Saisonsieg

Der erste Saisonerfolg unter Interimstrainer Kauczinski, der beim Absteiger vorübergehend die Nachfolge des in der vergangenen Woche entlassenen Edmund Becker übernommen hat, ging wegen des Machtgerangels fast völlig unter.

Denn Dohmen hatte noch immer die Worte des angeblichen Trainerkandidaten Edgar Schmitt im Ohr, der unverblümt Management und Präsidium attackiert hatte:

"Unter diesem Management werde ich kein KSC-Trainer."

Büskens neuer KSC-Coach?

Dohmen plant aber weder mit "Euro Eddy" Schmitt noch mit den früheren KSC-Profis Bernhard Trares oder Manfred Bender, die alle Interesse an der Nachfolge von Becker angemeldet hatten.

Der wegen der mangelhaften Transferpolitik zuletzt in die Enge geratene Dohmen arbeitet offenbar vielmehr an einen unerwarteten Coup.

Angeblich ist der ehemalige Schalker Coach Mike Büskens ein Kandidat für den Posten des Karlsruher Trainers.

Dohmen gibt sich kämpferisch

"Wir wollen so schnell wie möglich einen Trainer präsentieren", erklärte Dohmen und beschrieb sogleich das Anforderungsprofil:

"Er muss mit der Mannschaft zufrieden sein. Ein, zwei neue Spieler sind nicht drin. Und er muss auf den deutschen Nachwuchs setzen."

Dohmen will trotz der Kritik an seiner Person nicht aufgeben und den neuen KSC-Coach so schnell wie möglich installieren.

Die "Dohmen-raus"-Rufe und -Plakate stören den früheren Nike-Manager nicht: "Das gehört zum Job dazu. Damit muss ich leben."

Von Sport1.de auf das Thema angesprochen sagte er: "Der Sieg ändert nichts an meiner Position. Ich bin hier nicht der Alleinunterhalter."

Kauczinski als Notlösung

Auch U-23-Trainer Kauczinski muss damit leben, dass er bei der Zweitliga-Mannschaft der Karlsruher nur als Notlösung betrachtet wird.

"Es macht Spaß, die Mannschaft zu coachen, aber es gibt klare Absprachen. Ich bin eine Übergangslösung", sagte der 39-Jährige, dem zudem die Fußballlehrer-Lizenz fehlt.

"Er müsste elf Monate zum Lehrgang nach Köln, das geht nicht. Aber Kompliment an den Trainer. Er hat der Mannschaft neues Leben eingehaucht", sagte Dohmen.

Vor 30.800 Zuschauern in der Münchner WM-Arena machten Christian Timm (19.), Gaeton Krebs (59.) und Sebastian Langkamp (72. ) den KSC-Sieg perfekt.

Lienen kündigt personelle Konsequenzen an

Die Sechziger waren zunächst durch das dritte Saisontor von Kenny Cooper in Führung gegangen (18.).

Zudem vergab Benny Lauth die große Chance zur 2:1-Führung der Gastgeber, als er in der 41. Minute einen Foulelfmeter an die Lattenunterkante setzte.

Sauer wie Dohmen war auch Löwen-Trainer Ewald Lienen, nachdem der selbsternannte Aufstiegsaspirant nach drei Spielen nur drei Punkte auf dem Konto hat.

"Ich werde nach diesem Spiel Konsequenzen ziehen. Wir haben einen breiten Kader", kündigte "Zettel-Ewald" für die Partie beim Tabellenletzten Rot Weiss Ahlen personelle Änderungen an.

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