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Hat einen "guten Draht zur Mannschaft": KSC-Interimstrainer Markus Kauczinski © getty

Nach dem ersten Saisonsieg des KSC sind die Fans von Interimstrainer Markus Kauczinski überzeugt - trotz einer "klaren Absprache".

Von Jürgen Blöhs

München Markus Kauczinski hat ein Traum-Debüt beim Karslruher SC gefeiert.

Der Interimscoach holte mit dem Karlsruher SC beim 3:1 bei 1860 München den ersten Saisonsieg des Bundesliga-Absteigers.

Doch trotz der starken Leistung mochte niemand beim KSC ein Bekenntnis für Kauczinski abgeben, nicht einmal für das Spiel am Freitag gegen den FC St. Pauli (ab 17.30 Uhr LIVE).

Sogar der Nachfolger des entlassenen Edmund Becker stellte keine Ansprüche.

"Ich bin eine Übergangslösung. Da gibt es eine ganz klare Absprache", sagte Kauczinski Sport1.de.

"Der Verein sucht einen neuen Trainer. Ob ich gegen St. Pauli auf der Bank sitze oder nicht - das ist doch egal."

Kandidaten Bükens, Scharinger, Loose und Hecking

Da dem bisherigen Trainer der U 23 der Trainerschein fehlt, gelten Mike Büskens, Rainer Scharinger, Ralf Loose und der eben erst in Hannover gefeuerte Dieter Hecking als Top-Kandidaten.

Doch ist Kauczinski wirklich egal, ob er nach der starken Vorstellung bei den Löwen eine weitere Chance erhält?

Oder ist der 39-Jährige nur schlau genug, sich im Dauerstreit zwischen Präsidium, Aufsichtsrat und Management nicht zermahlen zu lassen?

Wenn auf eines in den letzten Monaten bei den Badenern Verlass war, dann auf die Querelen in der Vereinsführung mit dem Becker-Rauswurf und der Forderung nach vorzeitigen Präsidentenwahlen als Höhepunkte.

Einig waren sich die Parteien nach dem Spiel nur in einem: Den Namen des geschassten Trainers nahm niemand in den Mund. Ansonsten galt es, zwischen den Zeilen zu lesen.

Spieler schweigen

Auch die Profis wollten sich zum Thema nicht äußern.

Dabei hatte der Spielerrat entscheidenden Anteil an der Entlassung von KSC-Urgestein Becker, der den Verein immerhin vier Jahre lang trainiert und in die Bundesliga geführt hatte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Dazu sage ich nichts", meinte etwa Mittelfeldspieler Timo Staffeldt, fügte dann aber hinzu: "Wir haben das neue System sehr gut umgesetzt."

Kauczinskis Arbeit hatte offenbar in den wenigen Tagen erste erfolgreiche Änderungen bewirkt.

"Jeder hat seine eigene Handschrift"

"Jeder Trainer hat seine eigene Handschrift, seinen eigenen Stil", meinte er dazu bei Sport1.de.

"Ich habe der Mannschaft gesagt: 'Selbst wenn ich nur einen Tag hier bin, kann man was erreichen.'"

Die berühmten Einzelgespräche habe er nach seiner Berufung zum Übungsleiter aber nicht geführt: "Ich bin ja schon lange im Verein. Ich habe einen guten Draht zur Mannschaft."

Trainer im Hintergrund

Auffällig war in München auch, dass Kauczinski nicht auffiel.

In der Coaching-Zone war er nicht zu sehen, kein Spieler lief nach einem Treffer zum Trainer, um sich mit ihm zu freuen, und nach dem Spiel überließ er es seinen Schützlingen, sich von den Fans feiern zu lassen.

"Die Spieler müssen nicht zu mir kommen, um mit mir zu jubeln. Es wäre fatal, zu sagen, das ist mein Sieg", stellte klar.

Fans für Kauczinski

Immerhin: Die Fans können sich den Übungsleiter weiter auf der Bank vorstellen. Ein großes Transparent mit seinem Namen hielten sie im Fanblock hoch.

Kauczinski sprach von einem "verdienten Sieg", aber "natürlich habe ich auch Schwächen gesehen. Um seine Pläne zu verwirklichen, braucht ein Trainer Zeit."

Die dürfte er aber nicht bekommen. Denn die KSC-Führung hat sich bereits deutlich gegen den Interimscoach ausgesprochen.

"Wir wollen so schnell wie möglich einen Trainer präsentieren", erklärte Manager Rolf Dohmen.

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