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Norbert Meier (l.) bei seinem Kopfstoß gegen den Ex-Kölner Albert Streit © imago

Das Nachbarschaftsduell zwischen Duisburg und Düsseldorf rundet den 4. Spieltag ab. Ein Dery, dass es lange nicht mehr gab.

Von Thorsten Mesch

München - Dem Gewinner der Verfolgerpartie am Montagabend (ab 20 Uhr LIVE) winkt der dritte Platz, doch das spielt angesichts der historischen Aspekte des Nachbarschaftsduells zwischen Duisburg und Düsseldorf fast schon eine untergeordnete Rolle. (Die Tabelle)

Unglaubliche zwölf Jahre liegt das letzte Pflichtspiel der beiden Vereine zurück.

In der Saison 1996/97 standen sich beide Klubs noch in der Bundesliga gegenüber.

Erstes Zweitliga-Derby seit 15 Jahren

Zum ersten Mal seit 15 Jahren trifft der MSV in der Zweiten Liga auf die Fortuna, und sogar 30 Jahre ist es her, dass die Fortuna an der Wedau gewinnen konnten.

Während der MSV seit dem letzten Aufeinandertreffen als Fahrstuhlmannschaft zwischen Liga eins und Liga zwei pendelte, verschwand die Fortuna zwischen 2002 und 2004 sogar in der Bedeutungslosigkeit der damals viertklassigen Oberliga.

Erst in diesem Jahr gelang den Düsseldorfern unter Trainer Norbert Meier die Rückkehr in die Zweite Liga.

"Kopfstoß-Meier" kehrt zurück

Meier kehrt am Montag an seine alte Wirkungsstätte zurück, wo er vor fast vier Jahren für einen dicken Skandal gesorgt hatte.

Am 6. Dezember 2005 war der damalige MSV-Coach mit dem Kölner Profi Albert Streit an der Seitenlinie aneinandergeraten und hatte ihm einen Kopfstoß versetzt.

Vom DFB wurde Meier für drei Monate gesperrt, vom MSV wurde er beurlaubt.

"Ich habe damals einen Bock geschossen, für meine Sünden aber bezahlt", sagt Meier, der die Fortuna nach einem wenig erfolgreichen Engagement bei Dynamo Dresden in der Dritten Liga im Januar 2008 übernahm.

Eineinhalb Jahre später führte er die Rheinländer zum Aufstieg.

"Ich freue mich auf das Spiel"

Dort stehen nach drei Spielen sechs Punkte zu Buche. Ein Punktgewinn in Duisburg würde den Gästen reichen, um vor dem MSV zu bleiben. Mit einem Sieg würde die Fortuna sogar auf Platz drei klettern.

"Ich freue mich auf das Spiel beim MSV, schließlich hatte ich ja mit keinem Duisburger Streit", meint Meier. Zudem kann er mit dem von Werder Bremen ausgeliehenen Martin Harnik kurz vor der Partie noch einen Zugang vermelden.

Neururer erwartet einen Sieg

Duisburgs Trainer Peter Neururer will natürlich alles daran setzen, Meier die Rückkehr zu vermiesen.

"Ich erwarte einen Sieg und kann versprechen, dass wir von der ersten bis zur letzten Minute Dominanz, Kampfbereitschaft und Einsatz zeigen werden", sagt Neururer, der mit seiner Mannschaft saisonübergreifend seit neun Spieltagen ungeschlagen ist.

Auch ohne den an den FC Brügge verkauften Stürmer Dorge Kouemaha soll das Derby aus seiner Sicht zum Fußballspektakel werden und unterstreichen, was in Duisburg möglich ist.

Appell an den "zwölften Mann"

Bis zum Wochenende waren mehr als 23.000 Karten verkauft, die MSV-Arena wird am Montagabend so gut gefüllt sein wie schon lange nicht mehr.

"Ich appelliere an unseren zwölften Mann. Wir müssen Flagge zeigen und farbliche Überlegenheit demonstrieren", sagt Neururer.

Mehrere Tausend Fans werden den Kurztrip aus Düsseldorf antreten.

Für die Fortuna-Fans, die so lange auf dieses Derby warten mussten, dauert die Fahrt im Sonderzug nach Duisburg übrigens nur eine knappe Viertelstunde.

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