vergrößernverkleinern
Ex-Profi Markus Schupp war zuletzt Co-Trainer von Huub Stevens bei Red Bull Salzburg © getty

Manager Rolf Dohmen bezeichnet Schupp als Wunschtrainer. Der will auf Gesprächstherapie setzen. Präsident Hubert Raase gibt auf.

Karlsruhe - Markus Schupp soll den Absturz des Karlsruher SC stoppen und den kriselnden Bundesliga-Absteiger zu alter Stärke führen.

Der ehemalige Meisterspieler des 1. FC Kaiserslautern und des deutschen Rekordmeisters Bayern München wurde am Donnerstag bei den Badenern offiziell als Nachfolger von Edmund Becker vorgestellt. Schupp erhielt einen Zweijahresvertrag.

"Es ist eine tolle Aufgabe, bei solch einem Traditionsverein arbeiten zu dürfen. Nach dem ersten Gespräch war mir klar, dass ich diese Chance wahrnehmen werde.

Das Team hat mehr Potenzial, als der Tabellenplatz aussagt", ist sich Schupp sicher.

Schupp will Verunsicherung lösen

Der 43-Jährige gab gleich einen Einblick in seine Vorgehensweise: "Die Jungs sind verunsichert, aber das kann man mit Gesprächen schnell lösen. Ich will die Mannschaft in der 2. Liga weiterentwickeln. Jetzt kommt eine Analyse. Was ist körperlich los, was mental?"

KSC-Manager Rolf Dohmen freute sich, in der turbulenten Zeit seinen Wunschtrainer präsentieren zu können.

"Markus war der Erste, mit dem wir Kontakt aufgenommen haben. Er vertritt unsere Philosophie, mit jungen und eigenen Spielern zu agieren. Wir haben den Trainer bekommen, den wir wollten."

Zuletzt in Salzburg tätig

Für Schupp ist es nach dem Engagement beim damaligen Zweitligisten Wacker Burghausen (2004 bis 2006) die zweite Anstellung als Cheftrainer.

Beim österreichischen Meister RB Salzburg war Schupp bis zuletzt unter Huub Stevens als Co-Trainer tätig, zuvor arbeitete er unter dem Niederländer bereits in gleicher Position beim Hamburger SV.

Als Spieler zweimal Deutscher Meister

Als Spieler wurde er mit dem 1. FC Kaiserslautern 1991 deutscher Meister und DFB-Pokal-Sieger, mit Bayern München holte Schupp 1994 einen weiteren Meistertitel.

In 351 Bundesliga-Spielen für die Roten Teufel, den FC Bayern, Wattenscheid 09 sowie Eintracht Frankfurt und den HSV erzielte er insgesamt 40 Tore.

Seine Erfolge als Trainer wirken dagegen bescheiden. Immerhin erreichte er mit Burghausen 2005 den neunten Platz in der 2. Liga, wurde jedoch am 14. Dezember 2006 wegen Erfolglosigkeit entlassen.

Raase kandidiert nicht mehr

Die Trainerfrage ist beim KSC also geklärt, in der Führungsetage herrschen jedoch vor der vorgezogenen Jahreshauptversammlung am 30. September weiter Streit und Misstrauen.

Am Mittwochabend teilten Präsident Hubert H. Raase und sein Stellvertreter Rainer Schütterle mit, bei den Wahlen nicht mehr anzutreten.

Damit endete eine seit Monaten anhaltende Auseinandersetzung zwischen dem Verwaltungsrat der Badener und dem Präsidenten mit dem Rückzug des seit November 2002 amtierenden Raase. Immer wieder hatte der Verwaltungsrat den 65-Jährigen kritisiert, vor allem wegen angeblichen Fehlern bei der Vermarktung.

"Ein professioneller Verein kann nur funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen", sagte Raase, der den Klub zu Beginn seiner Amtszeit aus eigener Tasche ein zinsloses Darlehen gewährt und den KSC so vor der Insolvenz gerettet hatte.

Mehrere Kandidaten wollen Ende September Nachfolger Raases werden. Als aussichtsreicher Kandidat wird Rolf Kahn,, Vater des ehemaligen Nationaltorhüters Oliver Kahn, gehandelt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel