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Holger Stanislawski (M.) ist seit 2006 Trainer beim FC St. Pauli © imago

Die Hamburger peilen gegen Frankfurt Platz eins an. Doch Coach Stanislawski bremst die Euphorie. Der FSV hat ein Ass im Ärmel.

Von Nikolai Kube

München - Ob beim Italiener um die Ecke oder an den Tankstellen rund um das Stadion - die Euphorie beim FC St. Pauli ist fast allerorts spürbar.

Die Verantwortlichen mühen sich derweil, die nach den ersten vier Spieltagen enorm gewachsene Erwartungshaltung vor der Partie beim FSV Frankfurt (So., ab 13.15 Uhr LIVE) ein wenig zu dämpfen.

"Der erste Platz ist schön für uns und für die Stadt, aber das darf den Blick für die Realitäten nicht trüben. Wir gehören nicht zu den Aufstiegskandidaten", meinte St. Paulis Sportchef Helmut Schulte.

Ein Punkt fehlt auf Kaiserslautern (4:1 gegen Duisburg), um den "Roten Teufeln" die Tabellenführung wieder zu entreißen.

Makellose Auswärtsbilanz

Trainer Holger Stanislawski bezeichnet Träumereien von der baldigen Rückkehr in die Bundesliga gar als "hirnrissig".

Dennoch: Beim Tabellenschlusslicht Frankfurt wäre alles andere als ein Sieg der "Kiez-Kicker" eine Überraschung.

Zumal die Auswärtsbilanz bisher makellos ist: 9:0 Tore und sechs Punkte stehen für die Hamburger zu Buche (DATENCENTER: Der 5. Spieltag).

Saisonstart geht in die Hose

Doch Stanislawski warnt: "Wenn wir nicht an unsere Leistungsgrenze gehen, werden wir es in Frankfurt schwer haben."

Beim FSV ging der Saisonstart gründlich in die Hose: Das Team von Trainer Tomas Oral wartet weiter auf den ersten Saisonsieg.

Der Coach ist jedoch "absolut überzeugt von der Qualität" seiner Mannschaft.

Mesic als Hoffnungsträger

Hoffnungsträger ist Kapitän Sead Mesic, der nach seiner Verletzung wieder fit ist und im zentralen Mittelfeld die Fäden ziehen soll.

"Die Pause hat uns sehr gut getan, die Stimmung ist gut und jeder arbeitet konzentriert", sagt Mesic und kündigt an: "Wir spielen zuhause und wollen gewinnen."

Zusätzlichen Schwung soll der neu verlegte Rollrasen im Volksbank Stadion bringen. "Wer sich das Geläuft anschaut, dem wird es warm ums Herz", schwärmt FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig.

Sport1.de hat die wichtigsten Fakten zu den Sonntagsspielen des 5. Spieltags:

FSV Frankfurt - FC St. Pauli

Schlusslicht Frankfurt ist seit zehn Pflichtspielen sieglos. In den jüngsten drei Partien blieb der FSV, der mit neun Gegentoren die schwächste Liga-Abwehr stellt, ohne eigenen Treffer.

Der ungeschlagene Spitzenreiter St. Pauli stellt mit 13 Treffern den besten Angriff der Liga. Die ersten beiden Saison-Auswärtspartien gewannen die Hamburger deutlich ohne Gegentor. (1:0 und 0:2)

Rot-Weiß Oberhausen - Alemannia Aachen

Die seit drei Auftritten ungeschlagenen Oberhausener haben ihre letzten beiden Spiele gewonnen. In Aachen wurde Trainer Jürgen Seeberger nach dem ersten Saisonsieg (3:0 gegen Frankfurt) entlassen.

Vorerst wird das Team von Co-Trainer Willi Kronhardt betreut. (1:1 und 2:2)

Union Berlin - SC Paderborn

Union, das mit nur einem Gegentreffer die beste Abwehr der Liga stellt, blieb in den ersten vier Saisonpartien unbesiegt.

Paderborn blieb in den jüngsten drei Begegnungen ohne ein Gegentor und fuhr dabei fünf Zähler ein. (3:2 und 0:0 in der 3. Liga) (alle Spiele So., ab 13.15 Uhr LIVE)

Das Montagsspiel:

Energie Cottbus - Karlsruher SC

Cottbus hat sieben seiner bislang acht Heimspiele gegen Karlsruhe gewonnen (ein 0:0), vier davon ohne Gegentor.

Beim KSC, der beim letzten Auswärtsspiel seinen bislang einzigen Saisonsieg feierte (3:1 bei 1860 München), gibt Trainer Markus Schupp sein Debüt auf der Bank (1:0 und 0:0 in der Bundesliga) (Mo., ab 20 Uhr LIVE).

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