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Stefan Kuntz ist seit dem 8. April 2008 Vorstandsvorsitzender des FCK © getty

Im Sport1.de-Interview spricht FCK-Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz über den Aufstieg und die wirtschaftlichen Probleme des Vereins.

Von Mathias Frohnapfelund Björn Seitner

München - Der 1. FC Kaiserslautern will nach dem Abstieg 2006 wieder zurück ins Oberhaus.

Nach dem 4:1-Sieg über den MSV Duisburg sind die Aussichten darauf weiter gewachsen.

Die letzte Saison war durchwachsen, doch mit Trainer Marco Kurz kehrte der Erfolg zurück.

Im Sport1.de-Interview erklärt FCK-Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz, warum der Aufstieg kein Spaziergang ist und warum der Verein noch mit der Vergangenheit kämpft.

Sport1.de: Herr Kuntz, ganz Kaiserslautern träumt vom Aufstieg. Welche Qualitäten benötigt das Team, um dieses Ziel zu erreichen?

Stefan Kuntz: Den Fans erlauben wir gerne das Träumen, aber wir müssen realistisch sein und dürfen keine Luftschlösser bauen. Unsere Mannschaft ist die jüngste Elf im Profifußball. Und in der Liga gibt es einige Konkurrenten, die über wesentlich mehr Erfahrung verfügen und deren Möglichkeiten unsere im Augenblick übersteigen.

Sport1.de: Sind das die einzigen Hindernisse?

Stefan Kuntz: Wirtschaftlich leiden wir noch immer unter der Vergangenheit. Das wichtigste Thema ist aktuell eine langfristige Lösung in der Frage der Stadionmiete und der Betriebskosten. Die zwei bis drei Millionen Euro, die uns dadurch jährlich fehlen, könnten wir besser in die Mannschaft investieren. Nur mit diesem Geld könnten wir auch mit breiter Brust sagen: Dieses Jahr wollen wir aufsteigen. Aufgrund unserer finanziellen Situation ist das im Augenblick allerdings kein realistisches Ziel.

Sport1.de: Wie wichtig ist es aus wirtschaftlicher Sicht, dass der FCK den Sprung nach oben schafft?

Stefan Kuntz: Um langfristig auf wirtschaftlich gesunden Beinen zu stehen, ist eine Rückkehr in die Bundesliga unerlässlich. Darauf arbeiten alle Gremien des Vereins hin und das ist das Ziel, mit dem ich im April 2008 hier angetreten bin.

Sport1.de: Sie sind damals mit dem Wechsel von Bochum nach Kaiserslautern ein großes Risiko eingegangen. Warum ausgerechnet Lautern, wo auf einen Fortschritt oft zwei Rückschritte folgen?

Stefan Kuntz: Der FCK ist für mich eine absolute Herzensangelegenheit und Kaiserslautern sozusagen meine zweite Heimatstadt, denn meine Eltern stammen beide von hier. Unser Ziel ist es, den FCK nachhaltig professionell und wettbewerbsfähig aufzustellen. Wenn man die Leidenschaft und Hingabe der FCK-Fans auf dem Betze oder in der Region miterlebt, ist das meistens Motivation genug.

Sport1.de: Ist die Perspektive Aufstieg keine Motivation?

Stefan Kuntz: Natürlich ist es auch eine große Herausforderung, diesen Klub, mit dem mich so viel verbindet, wieder in die Bundesliga zurückzuführen. Wir haben in vielen Bereichen große Fortschritte gemacht: die sportliche Abteilung kann auf eine Infrastruktur zurückgreifen, die absolut bundesligatauglich ist. Mit dem FCK-Service-Center verfügen wir über einen zentralen und gut gerüsteten Anlaufpunkt für unsere Fans. Unser Internetauftritt und Online-Fanshop sind ebenfalls auf Erstliganiveau. Dennoch haben wir noch einen langen Weg vor uns.

Sport1.de: Nach dem fünften Spieltag ist Kaiserslautern noch ungeschlagen. Inwieweit liegt der bisherige Erfolg an Trainer Marco Kurz?

Stefan Kuntz: Marco Kurz hat sämtliche Erwartungen in seine Arbeit in den ersten Monaten bestätigt. Er arbeitet akribisch und eng mit den Spielern zusammen. Seine Trainingseinheiten pflegen ein hohes Niveau und verlangen den Spielern einiges ab. Zudem pflegen wir einen sehr intensiven Informationsaustausch. Hierbei halten wir die Wege bewusst sehr kurz, um schnell Entscheidungen zu treffen. Außerdem nutzen wir die Hilfe von Co-Trainer und Teammanager Roger Lutz sowie Teambetreuer Marco Haber. Das läuft im Augenblick optimal.

Sport1.de: Wie würden Sie seine Art im Vergleich zu Vorgänger Milan Sasic beschreiben?

Stefan Kuntz: Ich möchte die beiden gar nicht miteinander vergleichen. Marco Kurz hat seine eigenen Stärken und eine eigene Philosophie. Diese bringt er in seiner Arbeit mit der Mannschaft und dem Verein optimal ein.

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