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Deniz Naki wechselte von Rot-Weiss Ahlen zum FC St. Pauli © imago

Im Sport1.de-Interview spricht Deniz Naki über den Höhenflug des FC St. Pauli und seinen überraschenden Stammplatz.

Von Jürgen Blöhs

München - Nach fünf Spieltagen findet sich der FC St. Pauli überraschend an Tabellenspitze der Zweiten Liga wieder.

Die Abgänge der Leistungsträger David Hoilett (Blackburn Rovers), Filip Trojan (Mainz 05), Alexander Ludwig (1860 München) und Björn Brunnemann (Union Berlin) wurden offensichtlich gut kompensiert.

Und das, obwohl namhafte und kostspielige Neuverpflichtungen ausblieben.

Einer der Neuen ist Deniz Naki, der sich in kürzester Zeit in die Stammformation und die Herzen der Fans spielte.

Fans und Reporter lieben Takyi und Naki

Besonders mit Rückkehrer Charles Takyi scheint er blind zu harmonisieren ? nicht nur, weil die Reporter das Wortspiel mit "Takyi und Naki" lieben.

"Als ich nach Hamburg kam, hat Takyi sich um mich gekümmert", sagte Naki Sport1.de.

Überraschender Stammplatz

Der überraschende Stammplatz hat für den 20-Jährigen, der in der Winterpause von der Reserve von Bayer Leverkusen zu Rot-Weiss Ahlen gewechselt war, aber auch einen gravierenden Nachteil: Er verpasst die U-20-WM.

Am Wochenende trifft er mit dem FC St. Pauli im Topspiel auf den 1. FC Kaiserslautern (ab 13.15 Uhr LIVE).

Im Interview mit Sport1.de spricht Naki über das Gefühl einer Tabellenführung, seinen Kumpel Takyi und die U-20-WM.

Sport1.de: Herr Naki, nach fünf Spieltagen ungeschlagener Tabellenführer. Hat man beim FC St. Pauli die Saisonziele schon höher geschraubt?

Deniz Naki: Natürlich ist es ein tolles Gefühl, Tabellenführer zu sein, aber unser Saisonziel ist nach wie vor ein besserer Tabellenplatz als letzte Saison.

Sport1.de: Wie kam es zum Wechsel zum FC St. Pauli?

Naki (lacht): Vielleicht weil ich ein Tor gegen Pauli geschossen habe. Aber im Ernst: Ich habe in der Rückrunde in Ahlen eigentlich ja nur die letzten fünf Spiele gespielt. Und das auch nur, weil ein Spieler verletzt war. Zufrieden war ich damit nicht, aber ich war richtig gut drauf und habe vier Tore geschossen.

Sport1.de: Und das haben die Scouts von St. Pauli gesehen?

Naki: Ja, Holger Stanislawski hat mir bei den Vertragsgesprächen gesagt, dass ich noch jung bin und großes Potenzial habe und es ganz allein von mir abhängt. 'Wenn die Leistung stimmt, ist es mir egal, ob ein 27- oder 32-Jähriger oder ein 20-Jähriger spielt. Ich will sehen, dass du rotzig und frech bist. Spiele deinen Stiefel.' Das habe ich versucht, in der Vorbereitung umzusetzen.

Sport1.de: Aber von Beginn an Stammspieler, haben Sie damit gerechnet?

Naki: Nein, natürlich nicht.

Sport1.de: Das Zusammenspiel mit den Mitspielern klappt ja schon ganz hervorragend. Besonders mit Charles Takyi scheinen Sie sich ja blind zu verstehen?

Naki (lacht): Das liegt wohl am Fernsehen. Die Reporter lieben das Wortspiel mit Takyi und Naki. Aber es ist tatsächlich so, wir verstehen uns blendend - und das nicht nur auf dem Platz. Als ich nach Hamburg kam, hat Takyi sich um mich gekümmert. Aber die ganze Mannschaft hat mich gut aufgenommen. Es herrscht eine tolle Stimmung im Team.

Sport1.de: Wie war das Gefühl, gleich im ersten Spiel auf ihren alten Klub Ahlen zu treffen?

Naki: Das war natürlich schon ein komisches Gefühl. Aber woran ich mich erinnere, war das Einlaufen ins Stadion. Ich hatte eine richtige Gänsehaut. So etwas habe ich noch nie erlebt. Die Fans auf St. Pauli sind was ganz Besonderes.

Sport1.de: Ihr Stammplatz bringt auch Nachteile. Sie verpassen die U-20-WM. Macht Sie das traurig?

Naki: Natürlich. Wer weiß, ob ich in meinem Leben noch mal eine Weltmeisterschaft spiele. Das wäre was ganz Besonderes für mich. Aber der Verein hat, wie viele andere auch, entschieden, mich nicht freizugeben.

Horst Hrubesch tut mir schon ein bisschen Leid, dass er nicht die besten Spieler zur Verfügung hat. Es ist aber auch eine Bestätigung für meine Leistung hier, dass der Verein mich braucht. Und ich bin nominiert, für die Qualifikation für die U-21-EM. Das ist ein kleiner Trost.

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