vergrößernverkleinern
Björn Schlicke (3.v.l.) wechselte im Jahr 2006 vom 1. FC Köln nach Duisburg © imago

Nach der 1860-Pleite herrscht Katzenjammer bei den Duisburger "Zebras". Bei Sport1.de spricht Björn Schlicke über die Situation.

Von Martin Volkmar

München - Der MSV Duisburg kommt nicht so recht in die Gänge.

Die Elf von Rudi Bommer wollte eigentlich - wie jeder Bundesliga-Absteiger - um die Rückkehr ins Oberhaus mitspielen.

Doch der Saisonstart verlief holprig: Nur ein Sieg aus den ersten vier Spielen verbuchten die "Zebras".

Die schwache Vorstellung beim 0:2 am Montag bei 1860 München hat die Situation von Bommer noch einmal erschwert, der bei immer mehr MSV-Fans in der Kritik steht.

Entsprechend groß ist der Druck vor dem Heimspiel am Freitag gegen Alemannia Aachen (ab 17.45 Uhr LIVE).

Sport1.de sprach mit Abwehrrecke Björn Schlicke, einem der Führungsspieler der "Zebras", über die Situation.

Sport1: Herr Schlicke, wie beurteilen Sie die Lage nach der Niederlage in München?

Schlicke: Für uns war das natürlich katastrophal. Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten gerade nicht der Aufbaugegner für gewisse Mannschaften sein, die mit dem Rücken zur Wand stehen. Leider haben wir bewiesen, dass wir es doch sind. Die erste Halbzeit war noch ganz in Ordnung. In der zweiten Halbzeit haben wir aber einfach zu wenig Druck ausgeübt, um einen oder gar drei Punkte mitzunehmen.

Sport1: Warum kommt die Mannschaft bisher nicht richtig in die Saison?

Schlicke: Wir haben uns von den bisherigen Ergebnissen vielleicht etwas blenden lassen. Wir sind gelobt worden, obwohl fünf Punkte aus drei Spielen eigentlich nicht berauschend sind für eine Mannschaft, die oben mitspielen will. Jetzt haben wir fünf aus vier, was natürlich noch schlechter ist. Aber daran können wir jetzt nichts mehr ändern: Am Freitag gegen Aachen können wir dafür wieder alles gutmachen.

Sport1: Ihre Mannschaft wird dann diejenige sein, die unter Druck steht. Ist das vielleicht ein Vorteil?

Schlicke: Nach der schwachen Heimbilanz der vergangenen Saison stehen wir diesmal eigentlich in jedem Spiel zu Hause unter Druck. Die Leute erwarten da viel von uns. Gegen Augsburg haben wir diesem Druck standgehalten - und ich hoffe, dass das gegen Aachen genauso gilt.

Sport1: Muss die Mannschaft sich nach dem radikalen Umbruch vor der Saison vielleicht erst noch finden?

Schlicke: Klar, es ist nicht so einfach. Wir haben jetzt 16 Neue, was ja fast ein kompletter Kader ist. Aber das soll nicht als Ausrede gelten, denn das Argument kann man jedes Jahr anführen. Wir haben gewusst, worauf wir uns einlassen.

Sport1: Sehen Sie denn in dem Kader das Potenzial für den Aufstieg?

Schlicke: Das ist sicher da, aber es wollen noch sechs bis neun andere Mannschaften oben mitspielen. Und in diesem Jahr gibt es eben nur zwei plus einen Aufstiegsplatz. Und entsprechend schwierig wird es.

Sport1: Sehen Sie im 1860-Spiel einen Weckruf, dass der Hebel jetzt umgelegt werden muss?

Schlicke: Gut möglich. Vorher hatten wir in der Saison kein Spiel verloren - und auch in der Vorbereitung nicht. Da kam die Niederlage vielleicht zur rechten Zeit, wenn man bedenkt, was jetzt für schwere Spiele anstehen: Aachen, Nürnberg, Freiburg, die zweite Pokalrunde - das werden richtungsweisende Wochen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel