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Jürgen Luginger ist seit der Saison 2008/2009 als Trainer in Oberhausen tätig © getty

Jürgen Luginger spricht im Sport1.de-Interview über die Arbeit in Oberhausen, das 0:5 in München und das Derby gegen Duisburg.

Von Mathias Frohnapfel

München - Rot-Weiß Oberhausen ist der etwas andere Verein in der Zweiten Liga. So ist beispielsweise auf der offiziellen Homepage des Vereins der Schriftzug "Malocherschicht die III. - echte Kumpel" zu lesen.

Und noch etwas zeigt den speziellen Charakter des Klubs: Zum DFB-Pokalspiel beim großen FC Bayern durften einige Spieler der Oberligamannschaft quasi als Touristen mitfahren.

Seit der Saison 2008/2009 versucht Trainer Jürgen Luginger, ein Niederbayer aus Ergolding, mit dem kleinsten Etat der Liga gegen die übermächtig erscheinende Konkurrenz zu bestehen.

Im Sport1.de-Interview spricht der 41-Jährige, der als Spieler unter anderem sechs Jahre bei Schalke 04 und bei RWO aktiv war, über die 0:5-Pokal-Pleite in München und das Derby gegen Duisburg (ab 17.45 Uhr LIVE).

Zudem äußert sich Luginger über den bisherigen Saisonverlauf und sein Erfolgsrezept.

Sport1.de: Herr Luginger, war es für Sie als Bayer etwas Besonderes, mit Ihrer Mannschaft hier in München anzutreten?

Luginger: Ja, natürlich. Es ist toll, einmal vor einer so großen Kulisse spielen. Zudem hat Bayern sehr gute Spieler, gegen die man nicht jeden Tag antritt. Auch nicht als Trainer.

Sport1.de: Was nehmen Sie aus der Partie in München mit?

Jürgen Luginger: Ich denke, die erste Halbzeit meiner Mannschaft war gar nicht so schlecht. Wir haben gut dagegen gehalten und auch nach vorne gespielt. Dann hatten wir eine gute Chance durch Thomas Schlieter zum 1:1. Ich hoffe natürlich, dass jeder einzelne Spieler etwas mitnimmt. Dass sie durch dieses Spiel gelernt haben, wie man sich auf dem Platz verhalten muss, um erfolgreich zu sein.

Sport1.de: Wie zufrieden sind Sie mit der Leistung insgesamt?

Luginger: Wir haben kämpferisch alles versucht, aber wenn Bayern 3:0 führt, wird es natürlich schwer. Dann zeigen sie ihre ganze Klasse und am Ende war der Sieg hochverdient. Meine Mannschaft muss sich aber keinen Kopf machen, auch wenn es fünf Tore waren. Aus solchen Spielen lernt man.

Sport1.de: In der Liga haben Sie zuletzt 0:4 gegen Fürth verloren, jetzt das 0:5 gegen den FC Bayern. Befürchten Sie, dass die Mannschaft einen Knick bekommt oder wird das dann schnell abgehakt?

Luginger: Man muss das richtig einordnen. In Fürth hätten wir auch drei, vier Tore machen können. Ich denke, die Mannschaft und ich können damit umgehen und darum haken wir das jetzt ab. Als nächstes kommt das Derby gegen den MSV Duisburg, da sieht es wieder ganz anders aus.

Sport1.de: Gegen Fürth hat sich Ihre Abwehr einige Schnitzer geleistet. Haben Sie das gegenüber der Mannschaft noch einmal speziell angesprochen?

Luginger: Wir haben uns das Spiel gegen Fürth noch einmal angesehen und es dann analysiert. Die Probleme sind ja nicht erst in der Abwehr entstanden. Wir hatten weiter vorne schon nicht die richtige Ordnung. Dadurch hatte Fürth zu viel Platz, um selbst nach auf Angriff spielen zu können. Das müssen wir auf jeden Fall abstellen.

Sport1.de: Was stimmt Sie für das Derby gegen Duisburg optimistisch?

Luginger: Wir haben schon letztes Jahr in der Rückrunde gegen den MSV gezeigt, dass wir uns gesteigert haben. Die Mannschaft ist in ihrer Entwicklung mittlerweile sehr viel weiter, als letztes Jahr in der Vorrunde. Zudem haben wir ein Heimspiel und da werden wir ganz anders auftreten.

Sport1.de: Ihre Mannschaft steht derzeit auf Platz sieben. Ist diese Ausgangsposition gut oder vielleicht doch eher gefährlich? (DATENCENTER: Spielplan und Tabelle)

Luginger: Die Ausgangsposition ist gut. Wir haben zehn Punkte, die uns keiner mehr nehmen kann. In der Zweiten Liga ist alles möglich, das sieht man jeden Spieltag an den Ergebnissen. Die ganze Mannschaft muss immer hundert Prozent abrufen, um punkten zu können.

Sport1.de: Sie haben nach dem Aufstieg das erste Jahr überstanden, obwohl der Etat relativ gering ist. Was ist, auch saisonübergreifend, eigentlich Ihr Erfolgsrezept?

Luginger: Der Teamgeist ist immer wichtig. Das betrifft nicht nur die Spieler, sondern auch den Vorstand. Dur gute Umgang miteinander stärkt letztendlich auch die Mannschaft. Wir haben zwölf Spieler, die schon drei Jahre oder länger dabei sind. Es zeichnet den Verein aus, dass das Personal nicht ständig wechselt.

Sport1.de: Es heißt ja, dass es bei RWO sehr familiär zugeht. Ist das tatsächlich so?

Luginger: Wir müssen hart trainieren und arbeiten. Das gilt für die Mannschaft, aber auch für das Umfeld. Bei uns ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Es ist wohl nicht ganz so extrem wie bei anderen Vereinen. In Oberhausen geht es vielleicht etwas lockerer zu. Aber das wird sich in den nächsten Jahren noch entwickeln.

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